Zwei Crans-Montana-Opfer werden wieder ausgegraben
Ein Friedhofs-Irrtum schockt zwei Familien: Ihre Söhne, Opfer der Brand-Tragödie in Crans-Montana, müssen wieder ausgegraben werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Todesopfer von Crans-Montana liegen in falschem Grabtyp in Pully VD.
- Die Familien protestieren vegrebens für eine Umzonung. Stattdessen erfolgt eine Umbettung.
- Eine neue Grabstelle wird gesucht – die Exhumierung und Beerdigung laufen bis Ende April.
Schock für zwei Familien von Crans-Montana-Opfern: Ihre Söhne Trystan und Guillaume müssen exhumiert und neu bestattet werden. Der Grund: Die 17-Jährigen liegen im falschen Grabtyp auf dem Friedhof Pully VD.
Der Irrtum kam erst diese Woche ans Licht. Trystans Mutter Vinciane Stucky entdeckte am Dienstag, dass direkt vor dem Grab ihres Sohnes ein Loch gegraben wurde.
Dort sollte eine Drittperson bestattet werden. Eigentlich dachte sie, die Stelle sei für ihre Familie reserviert, wie sie gegenüber «20 Minuten» sagt.
Es stellte sich heraus: Trystan und Guillaume liegen in einem Reihen-Grab. Diese Gräber verursachen weniger Kosten und werden nach maximal 25 Jahren aufgehoben.
Die Verstorbenen werden dort der Reihe nach bestattet. «Das ist untragbar, das wollten wir nie», sagt Stucky.
Ein Familien-Grab würden die Angehörigen bezahlen – unabhängig von den Kosten. Solche Gräber bleiben dauerhaft bestehen und gehören der Familie. Das hätten sich die Familien gewünscht.
Familien fühlen sich schlecht informiert
Trystans Mutter macht die Friedhofsverwaltung für den Irrtum verantwortlich. Und kritisiert: Andere Familien seien offenbar über den Friedhof geführt worden und hätten den Platz aussuchen können.
Für die Haltung der Gemeinde haben die Eltern kein Verständnis. Guillaumes Vater nennt es gegenüber der Online-Zeitung «respektlos». Trystans Vater nennt das Vorgehen sogar «Gewalt».
Vor der Beerdigung seien alle Angehörigen völlig durch den Wind gewesen. An unterschiedliche Grabtypen dachten weder Trystans noch Guillaumes Eltern.
Neue Beerdigung bis Ende April geplant
Eltern und Gemeinde-Vertreter kamen am Mittwoch zusammen. Die Familien baten um eine einfache Lösung: «Zont doch einfach die bestehenden Grabstellen unserer Söhne um.»
Möglich wäre es gewesen, denn: Hinter Guillaume und Trystan würden sich ohnehin Familien-Gräber befinden. Und die Freunde liegen am Ende der Reihe.
Guillaumes Vater ärgert sich: «Statt einfach diese Änderung unbürokratisch vorzunehmen, bevorzugen es die Gemeindevertreter, unsere Kinder wieder auszugraben.»
Die Gemeinde blieb bei ihrer Haltung. Eine Umzonung der bestehenden Gräber sei nicht möglich. Alle Beteiligten einigten sich auf einen neuen Platz für die zwei Verstorbenen.
Eine definitive Entscheidung über die genaue Stelle fällen die Familien noch diese Woche. Die Umbettung und anschliessende Beerdigung sind bis Ende April geplant.
















