Der Zürcher Rektor sieht keine Alternative zur Zertifikatspflicht an der Uni, auch wenn das ein Impfdruck auslösen. Er fordert ein klar kommuniziertes Impfziel.
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Wegen des Coronavirus für viele Studis nun Alltag: Ein Mann kontrolliert das Covid Zertifikat der Studenten anlässlich der Wiederaufnahme des Studienbetriebs mit Präsenzunterricht an der Uni - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Rektor der Uni Zürich sieht keine Alternative zum Zertifikat an seiner Hochschule.
  • Er fordert ein klares Impfziel vom Bundesrat.
  • An der Uni Zürich seien bis zu 90 Prozent geimpft.

Für Michael Schaepman, den Rektor der Universität Zürich, gibt es zur Zertifikatspflicht in den Hörsälen keine Alternative. Er hätte sich aber gewünscht, dass der Bund die Tests übernommen hätte, so lange die Zertifikatspflicht an Hochschulen gilt.

«Unsere Aufgabe ist es, Personen auszubilden, welche die Zukunftsfähigkeit der Schweiz garantieren», begründete Schaepman gegenüber der «NZZ» seine Haltung. Die Zertifikatspflicht an sich sieht er kritisch: Das Recht auf Bildung dürfe nicht untergraben werden.

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Michael Schaepman, Rektor der Universität Zürich. - Keystone

Der Bundesrat will an seinen Plänen festhalten, dass Ungeimpfte, die ein Zertifikat brauchen, die nötigen Tests künftig selbst bezahlen sollen. Am Freitag schlug er vor, dass die Tests, mit denen Ungeimpfte ans Zertifikat kommen, statt bis 1. Oktober noch bis 10. Oktober gratis sein sollen.

Danach sollen sie bis Ende November noch für jene kostenlos sein, die einmal geimpft auf die zweite Impfung warten. Nun haben sich die Kantone zu äussern.

In den Augen von Schaepman fehlt der Schweiz ein Impfziel, «das ist ein Problem». In der Schweiz gebe es zwar Ausstiegsszenarien. «Aber ich glaube, die Menschen können damit nicht viel anfangen.» Am einfachsten wäre es, zu sagen «bei einer Impfquote von so und so viel Prozent steigen wir aus.»

Rektor: Impfquote an Uni Zürich zwischen 80 und 90 Prozent

Mit der Zertifikatspflicht und dadurch, dass die Kosten für Gratistests nicht mehr übernommen würden, entstehe ein verstärkter Impfdruck, sagte Schaepmann. «Die Behörden sollten offener ein erreichbares Ziel kommunizieren.»

Schaepman geht davon aus, dass an der Universität Zürich 80 bis 90 Prozent der Studierenden geimpft sind. 2000 Personen seien dazu befragt worden, die Umfrage müsse aber noch validiert werden. «Sicher ist, dass die Impfquote stetig steigt.» Gesamtschweizerisch lag die Impfquote dagegen bei 54,4 Prozent.

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