Das VBS hat die Aufarbeitung der Vorfälle im nationalen Leistungszentrum für Sport in Magglingen BE einer Zürcher Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben.
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Die Halle End der Welt in Magglingen BE. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Im Leistungszentrum für Sport in Magglingen BE soll es zu Missbrauchsfällen gekommen sein.
  • Eine Zürcher Anwaltskanzlei hat nun die Aufarbeitung der Vorfälle übernommen.
  • Bis im Januar 2022 soll zudem eine Meldestelle für Sportler auf die Beine gestellt werden.

Die Aufarbeitung der Vorfälle im nationalen Leistungszentrum für Sport in Magglingen BE wurde einer externen Stelle in Auftrag gegeben. So haben die Bundesrätin Viola Amherd und das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) entschieden.

Eine Zürcher Anwaltskanzlei soll die Trainingsmethoden sowie die Misshandlungen und Einschüchterungen in der Rhythmischen Gymnastik und im Kunstturnen untersuchen. Diese waren im Herbst in einer Reportage im «Magazin» der Tamedia-Medien öffentlich geworden.

Viola Amherd Bundesrat
Viola Amherd schickte den Brief mit den Forderungen an IOC-Präsident Thomas Bach. - Keystone

Sportministerin Amherd hatte im November nach einem Treffen mit Swiss Olympic und dem Schweizerischen Turnverband (STV) ihren Unmut geäussert. Sie hatte deutlich gemacht, dass sie solche Geschehnisse nicht akzeptiere. Um junge Athletinnen und Athleten zu schützen, sei ein Wandel auf allen Ebenen im Spitzensport notwendig. So bekräftigte das VBS am Montag in einer Mitteilung erneut.

Bericht soll im Sommer 2021 vorliegen

Der Bericht der beauftragten Rudin Cantieni Rechtsanwälte AG in Zürich soll im kommenden Sommer vorliegen. Die Kanzlei soll zudem ermitteln, ob die bestehenden Schutzmechanismen ausreichen, und den Handlungsbedarf in anderen Sportarten überprüfen. Das übergeordnete Ziel sei es, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen würden.

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Das Leistungszentrum für Sport in Magglingen. - Keystone

Parallel zu diesen Untersuchungen laufen die Arbeiten zum Aufbau einer unabhängigen Meldestelle. Das Parlament hatte deren Einführung, welche auch von Swiss Olympic getragen wird, beschloss.

Sportler von Trainer misshandelt

Das Bundesamt für Sport (Baspo) erarbeite derzeit zusammen mit Swiss Olympic die Grundlagen dafür. Sie soll ihre Arbeit anfangs Januar 2022 aufnehmen können. Bis dahin setzte Swiss Olympic letzte Woche eine vorübergehende Anlauf- und Erstberatungsstelle ein, die per 4. Januar ihren Dienst aufnimmt.

Ausgelöst hatten die öffentliche Debatte acht ehemalige Spitzen-Turnerinnen mit ihren Aussagen im «Magazin» der Tamedia-Zeitungen. Sie schilderten in den «Magglinger Protokollen», wie sie im Leistungszentrum von ihren Trainern psychisch und physisch misshandelt worden seien.

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