Franken

    Zermatt VS: Jetzt sollen Tagestouristen 12 Franken Gebühr zahlen

    Anna Baumert
    Anna Baumert

    Oberwallis,

    Täglich strömen Touristen nach Zermatt VS, um das Matterhorn zu sehen. Übernachten tun jedoch nur wenige. In der Gemeinde wird deshalb eine Gebühr diskutiert.

    zermatt tourismus
    In Zermatt wird eine Eintrittsgebühr für Tagestouristen diskutiert. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zermatt VS leidet unter der Flut von Tagestouristen.
    • Diese verstopfen die Strassen, bringen aber nur wenige Einnahmen.
    • Nun wird im Touristen-Hotspot eine Eintrittsgebühr diskutiert.

    Massentourismus wird in der Schweiz immer mehr zum Problem. Malerische Dörfer in den Alpen platzen aus allen Nähten. Die lokale Wirtschaft profitiert davon jedoch kaum, weil viele Touristen nur für einen Tag kommen.

    Dieses Jahr wurde bekannt, dass Lauterbrunnen BE eine Eintrittsgebühr im Kampf gegen Overtourism plant. Nun wird eine solche offenbar auch im Wallis diskutiert. Genauer gesagt: in Zermatt.

    Viele Touristen reisen jeweils nur an, um kurz das Matterhorn zu bestaunen. Dann ziehen sie wieder ab – ohne in der Gemeinde zu übernachten. Das sorgt bei den Einheimischen für Frust.

    Deshalb haben sich im letzten Frühling Mitglieder der Gemeinde- und Tourismusbehörde an einem Workshop getroffen. Dabei wurde Recherchen von Radio SRF zufolge über eine Taxe für Tagestouristinnen und -touristen diskutiert.

    Wer nicht über Nacht in Zermatt bleibt, soll zwölf Franken bezahlen. Ausgenommen sind Lieferanten, Handwerker und Leute, die bei jemandem zu Besuch sind.

    Geld soll in nachhaltige Projekte in Zermatt fliessen

    Tagestouristen sollen so animiert werden, in den Hotels oder Ferienwohnungen abzusteigen. Denn die Eintrittsgebühr ist so hoch wie die Kurtaxe für Personen, die drei Tage in der Tourismus-Gemeinde übernachten. Das Geld soll via eine App eingenommen werden und in den Nachhaltigkeitsfonds der Gemeinde fliessen.

    Noch ist die Eintrittsgebühr in Zermatt nicht in trockenen Tüchern. Der Sprecher von Zermatt-Tourismus erklärt, man prüfe immer wieder Massnahmen. Manche verfolge man weiter, andere nicht.

    Warst du schon mal in Zermatt?

    Mehrere Verantwortliche haben jedoch gegenüber dem Sender bestätigt, dass die Diskussion über die Erhebung einer Gebühr läuft. Aktuell wird diese offenbar rechtlich abgeklärt.

    Venedig testet Gebühr schon

    In Venedig wurde eine Taxe für Tagesgäste bereits testweise eingeführt. In einer ersten Phase mussten Besucher dieses Jahr fünf Euro Eintritt zahlen, um die Lagunenstadt zu betreten.

    Auch nächstes Jahr will die unter Massentourismus leidende italienische Stadt an bestimmten Tagen eine Gebühr erheben.

    Kommentare

    User #6235 (nicht angemeldet)

    Prima, ein Grund mehr Zermatt nicht mehr zu besuchen. Scheinbar scheint immernoch genügend Geld da zu sein und ihr braucht uns Schweizerheimische auch nicht mehr. Ich jedenfalls meide Zermatt schon lange. Aber dann nicht wieder jammern, dass niemand mehr kommt. Oder ihr erhöht die Gebühren einfach noch mehr. Nein, sorry euer System kann man nicht mehr ernst nehmen. Dümmer gehts echt nicht mehr!

    User #5718 (nicht angemeldet)

    Richtig! Gebühr gegen Übertourismus! Im Gegenzug, Abschaffung der Subventionen gegen Überlandwirtschaft…! ForzaSVP-77

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