Wo Jobs entstehen und wo sie verschwinden
Nach dem Corona-Boom kühlt sich der Schweizer Arbeitsmarkt deutlich ab. Neue Daten zeigen, welche Branchen unter Druck geraten und welche Berufe boomen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Zahl der Jobinserate in der Schweiz ist seit 2022 um rund 35 Prozent gesunken.
- Besonders stark eingebrochen sind Informatik, Marketing und Finanzdienstleistungen.
- Gesundheits-, Bildungs- und Sozialberufe zählen zu den grossen Gewinnern.
Nach dem starken Corona-Boom hat sich der Schweizer Arbeitsmarkt deutlich abgekühlt. In mehreren Branchen ist die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften spürbar zurückgegangen, während andere Bereiche weiterwachsen.
Die Entwicklung verläuft dabei zunehmend unterschiedlich und wird von Konjunktur, Demografie und technologischem Wandel geprägt.
Grundlage für diese Einschätzungen sind Auswertungen von Stelleninseraten, die der Arbeitsmarktdatenanbieter «x28» für «CH Media» aufbereitet hat. Sie zeigen, dass die Zahl der ausgeschriebenen Jobs seit dem Höchststand 2022 um rund ein Drittel gesunken ist.
Unternehmen agieren vorsichtiger
Besonders betroffen sind Branchen, die in den Jahren nach der Pandemie stark zugelegt hatten. In der Informatik, im Marketing und in den Finanzdienstleistungen sind deutlich weniger Stellen ausgeschrieben als noch 2022. Unternehmen agieren vorsichtiger, verschieben Projekte und kürzen Budgets.
Zusätzlich verändert der Einsatz von Künstlicher Intelligenz den Bedarf an bestimmten Qualifikationen. Tätigkeiten wie Programmieren, Schreiben oder Datenanalyse lassen sich teilweise automatisieren, was vor allem klassische IT-Berufe unter Druck setzt.
Gesundheitswesen verzeichnet eine steigende Nachfrage
Gleichzeitig wachsen andere Bereiche weiter. Besonders das Gesundheitswesen sowie Lehr-, Betreuungs- und Sozialberufe profitieren vom Bevölkerungswachstum und von anstehenden Pensionierungen.

Auch die Immobilienbranche verzeichnet steigende Nachfrage, unter anderem wegen des angespannten Wohnungsmarkts.
Unabhängig von der konjunkturellen Lage bleiben viele handwerkliche Berufe schwer zu besetzen. Heizungsinstallateure, Sanitär- oder Elektroberufe gelten als Engpassberufe und sind zugleich weniger anfällig für Automatisierung.















