Die «Sugerfree»-Ernährung erfreut sich derzeit grosser Beliebtheit. Doch wie gesund ist die Diät wirklich? Eine Ernährungsberaterin klärt auf.
Schokolade
Es gibt auch zuckerfreie und gesunde Schokolade. - Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Der «Sugarfree»-Trend wird derzeit von vielen auf Social Media angeworben.
  • Der Zuckerverzicht ist ein erfolgreicher Weg, um abzunehmen.
  • Wichtig sei auch, auf den versteckten Zucker zu achten, sagt eine Ernährungsberaterin.

Der Trend «sugarfree» (zuckerfrei) ist derzeit auf Social Media immer mehr auf dem Vormarsch. Zahlreiche Influencer preisen die Ernährung als Weg zur Bikinifigur an. Schöne Bilder verlocken dazu, sich selbst an der Diät zu versuchen. Doch wie gesund ist der Trend wirklich?

Zucker versorgt uns mit schneller Energie für Muskeln und Hirn, wie Ernährungsberaterin Ruth Ellenberger vom Ernährungszentrum Zürich erklärt. Allerdings löst dies auch eine Gegenreaktion aus: Diese senkt den Blutzucker schnell wieder und kann dabei auch Heisshunger auslösen. Überschüssige Energie wird in Fett umgewandelt.

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Auf Instagram bewerben Influencer den Sugarfree-Trend.
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Influencer preisen auf Instagram zuckerfreies Essen an.
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Auch zuckerfreies Frühstück wird angepriesen.
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Sugerfree wird auf Instagram als Schlankmacher angeworben.
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Unter dem Hashtag #sugerfree finden sich auf Instagram zahlreiche Rezepte ohne Zucker.
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Unter dem Hashtag sugerfree finden sich auch süsse Rezepte.
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Bei dem Ernährungstrend soll man keinen Zucker essen.

Auf Zucker zu verzichten, um abzunehmen, ist daher nicht verkehrt. «In den meisten Fällen ist es sogar die effektivste und gesündeste Art, das Gewicht zu reduzieren», sagt Ellenberger. Es gebe keinen Grund, Zucker zu sich zu nehmen: Er liefere keine wertvollen Mikronährstoffe, führt die Ernährungsberaterin aus.

Bei Sugarfree gehe es jedoch nicht nur um den Haushaltszucker oder Süssigkeiten, sondern auch um den versteckten Zucker, betont Ellenberger. Dazu gehören unter anderem Konfitüre, gesüsste Frühstückscerealien, Getreideriegel oder Sirup.

Honig ist kein guter Ersatz für Zucker

Anstelle von Zucker gebrauchen viele Menschen Honig, Ahornsirup oder Ähnliches zum Süssen. Davon sei allerdings abzuraten, meint Ellenberger. «Sie alle haben die praktisch gleiche Wirkung wie der klassische Haushaltszucker.»

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Ein Glas mit Honig. - Keystone

Zudem müsse man mit künstlich zugesetztem Fruchtzucker oder mit unverdünnten Fruchtsäften aufpassen. Isolierter Fruchtzucker werde über die Leber verstoffwechselt und beeinflusse die Blutfettwerte ungünstig. «Isst man Obst in der natürlichen Form, so kommt dieser Effekt nicht oder kaum zum Tragen.»

Allerdings sollte, wer durch Zuckerverzicht wirklich Kilos verlieren will, zuckerreiche Früchte wie Trauben, Bananen oder Mangos nicht in sehr grossen Mengen konsumieren.

Allerdings gibt es auch bedenkenlose Alternativen: so zum Beispiel Stevia, wie Ellenberger sagt. Auch Xylith, Erythrit oder Sorbit seien häufig genutzte Zuckeralternativen. Die Austauschstoffe überzeugen durch circa 40 Prozent weniger Kalorien als der herkömmliche Zucker. Zudem sind sie insulinunabhängig, zahnschonend und sie erhöhen den Blutzucker nicht.

Keine körperlichen Nachteile bei Zuckerverzicht

Ein Nachteil der Alternativen: Am Anfang könne es – besonders bei Xylit oder Sorbit – bei einem hohen Konsum zu Blähungen oder gar Durchfall kommen.

Grundsätzlich lohnt sich ein Zuckerverzicht aber. Denn: Körperlich gebe es keine Nachteile, wenn man keinen Zucker mehr konsumiert, sagt Ellenberger.

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Ein paar Stück Würfelzucker. - Keystone

Allerdings gelte zu beachten: Wenn das Motiv Angst oder ein zwanghafter Optimierungswunsch ist, sollte man sich Hilfe holen.

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