Westschweizer Winzer gehen wegen Verordnung aus Bern auf Barrikaden

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    Genève,

    Zu viel Schreibtischarbeit und zu hohe Kosten: Die unabhängigen Weinbauern protestieren gegen die neue Weinverordnung des Bundes. Besonders in Rage sind die Winzer in der Romandie.

    Grösserer administrativer Aufwand: Die unabhängigen Winzer rebellieren gegen die neue Weinverordnung. (Archivbild)
    Grösserer administrativer Aufwand: Die unabhängigen Winzer rebellieren gegen die neue Weinverordnung. (Archivbild) - sda - Keystone/KARL MATHIS

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sie fordern, dass sie vom Bundesamt für Landwirtschaft angehört werden.

    Zum Zeichen des Widerstands behindern zahlreiche Winzer die Bundesbeamten bei ihren Kontrollen. Sie lassen die Kontrolleure nicht in ihre Weinkeller hinein.

    Begonnen hat der Protest im Januar mit Aufruf zum Ungehorsam. Zeitgleich schickten die Winzer einen Brief an Wirtschaftsminister Guy Parmelin.

    Bislang haben sich in der ganzen Schweiz 80 Weinbauern dieser Form der Rebellion angeschlossen, wie die Schweizerische Vereinigung der selbsteinkellernden Weinbauern (SVSW) am Dienstag mitteilte. Fast alle dieser Betriebe befinden sich in der Westschweiz.

    «Die neue Verordnung stellt an uns die gleichen Anforderungen wie an den Weinhandel. Die Folgen sind ein erheblicher Anstieg der Verwaltungskosten im Vergleich zu der Zeit, als die Kellerinspektionen von den Kantonen durchgeführt wurden», erklärt der Genfer Winzer und SVSW-Präsident Willy Cretegny die Gründe für den Zorn der kleinen Weinbauern.

    Zudem machen sich die unabhängigen Winzer angesichts der aktuellen Situation auf dem Schweizer Weinmarkt Sorgen um ihre Zukunft. Der Schweizer Wein verliere Jahr für Jahr an Boden gegenüber den Importen. «So kann es mit dem Freihandel nicht weitergehen», kritisiert Cretegny.

    Die Misere betreffe nicht nur die Winzer, sondern die Landwirtschaftsarbeiter im Allgemeinen. Auch in anderen Bereichen werde immer weniger in der Schweiz produziert, stellt er fest. Tausende von Arbeitsplätzen seien in Gefahr, warnte er.

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