Italien: Jugendliche attackieren Polizei mit Feuerwerk
Am Rand friedlicher Proteste kommt es in mehreren Städten zu Ausschreitungen. In Mailand werden mehr als 50 Jugendliche festgenommen.

Das Wichtigste in Kürze
- In Italien kam es bei Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten zu Ausschreitungen.
- In Mailand bewarfen vermummte Jugendliche Polizisten mit Flaschen und Feuerwerk.
- Auch in Turin, Bologna und Bergamo gab es gewaltsame Zusammenstösse.
Wie in Frankreich ist es auch in Italien am Rande friedlicher Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen.
Vermummte greifen Polizei in Mailand an
Betroffen war vor allem die norditalienische Metropole Mailand, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldet. Dort bewarfen vermummte Jugendliche die Polizei auf der zentralen Piazza Duomo mit Feuerwerkskörpern und Flaschen und errichteten Barrikaden errichteten.
Die Polizei habe sich zunächst zurückziehen und auf Verstärkung warten müssen.
Auch in anderen Städten wie Turin, Bologna und Bergamo kam es demnach zu Zusammenstössen. Die Polizei wurde mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen.
Allein in Mailand seien mindestens vier Polizisten und 20 Demonstranten verletzt sowie über 50 Jugendliche festgenommen worden. Die Hälfte von ihnen war minderjährig, wie Ansa weiter berichtete.
Meloni und Sala verurteilen Gewalt
Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt. «Demonstrieren ist ein Recht, aber unsere Städte in Brand zu setzen nicht», wurde sie zitiert.
Auch der linksgerichtete Bürgermeister der wirtschaftsstarken Metropole Mailand, Giuseppe Sala, verurteilte die Ausschreitungen.
Er äusserte aber auch Verständnis für den Unmut vieler Menschen. «Die Gründe für den Protest waren verständlich. Die Gewalt gegen die Polizei und die schweren Schäden an der Stadt sind aber nicht zu rechtfertigen», sagte er.
Vor allem Menschen mit geringen bis mittleren Einkommen werden durch die Inflation, hohe Benzin- und Dieselpreise stark belastet. Die Reallöhne stagnieren dagegen. In den Ballungszentren fehlt es zudem an bezahlbarem Wohnraum.



















