Die Wespen sind diesen Sommer aggressiver als in anderen Jahren. Für Allergiker gibt es aber ein Problem: Die Adrenalin-Notfallspritzen sind nicht lieferbar.
Wespen
Derzeit fehlen wichtige Allergiker-Spritzen gegen Wespenstiche in der Schweiz. (Symbolbild) - dpa
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgrund der Hitze kämpft die Schweiz derzeit mit sehr vielen Wespen.
  • Allergiker müssen daher ein Notfallset mit einer Adrenalin-Spritze mit sich tragen.
  • Das Problem: Es gibt in der Schweiz einen Lieferengpass bei den Herstellern.

Wegen der anhaltenden Hitze wimmelt es diesen Sommer nur so von Wespen. Und für einige können die Insekten besonders gefährlich werden: Rund dreieinhalb Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden an einer Insektenallergie.

Der Stich einer Wespe kann für Betroffene tödlich enden. Deshalb tragen die meisten ein lebensrettendes Notfallset mit einer Adrenalin-Spritze mit sich.

Nur: Genau diese Allergiker-Spritzen sind zurzeit Mangelware! Erst kürzlich hat das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL einen Bericht dazu veröffentlicht.

Darin zu lesen: Die beiden einzigen Schweizer Anbieter dieser sogenannten Epipens können derzeit nicht oder nur beschränkt liefern.

Allergiker müssen auf Pflichtlagerbestände zurückgreifen

Auf Anfrage beim Bund bestätigt Mediensprecher Thomas Grünwald: «Es ist aktuell schwierig für Allergikerinnen und Allergiker, in der Schweiz an Adrenalin-Fertigspritzen zu kommen.»

Die Lage ist sogar so prekär, dass der Bedarf an Spritzen teilweise aus den Pflichtlagerbeständen gedeckt werde. «Die Nachfrage ist zurzeit extrem hoch, weshalb auch so nur begrenzte Mengen zur Verfügung stehen», so Grünwald.

Wespen
Solche Notfallsets sollten Allergiker und Allergikerinnen immer dabeihaben.
Wespe
Dieses Jahr gibt es aber ein Problem: Bei den notwenigen Allergiker-Spritzen gibt es einen Lieferengpass.
Wespenstich
Solche Epipens gegen Wespenstiche sind derzeit Mangelware.

Die Lieferengpässe gelten für alle beiden Schweizer Hersteller. Es bestehe aber die Möglichkeit, Fertigspritzen durch Apotheken aus dem Ausland zu importieren.

Spritzen gegen Wespen erst ab September lieferbar

Auch in den Apotheken ist der Mangel spürbar: Die TopPharm Europaallee Apotheke in Zürich hat aktuell nur noch einige wenige Epipen vorrätig, sagt Geschäftsführerin Natalia Blarer gegenüber Nau.ch.

Reagieren Sie allergisch auf Wespenstiche?

Immerhin: «In unserem Notfallkoffer ist immer noch Adrenalin verfügbar.» Die Epipens sind erst ab dem 5. September wieder lieferbar. Das ist in einem Monat.

In den Galenica-Apotheken hat es aktuell ebenfalls nur noch vereinzelte Mengen an Lager, wie das Unternehmen gegenüber Nau.ch sagt. Zu Galenica gehören die Apothekerketten Amavita, Sun Store und Coop Vitality.

Anders siehts bei den Spitälern aus: Sie lagern ihr Adrenalin in Ampullen – so ist es länger haltbar. Deshalb besteht hier laut Bund keine Versorgungsstörung.

Viele Wespen wegen warmem Frühling

Die extrem hohe Spritzen-Nachfrage ist laut dem BWL auf die aktuelle Wespenplage zurückzuführen. Diesen Frühling war es früher warm – deshalb konnten sich die Tiere früher vermehren.

Bei Allergikern kann bei einem Stich im schlimmsten Fall in kurzer Zeit ein allergischer Schock auftreten.

Laut dem Allergiezentrum «aha!» bedeutet das: Blutdruckabfall, Kollaps, Bewusstlosigkeit und Schock. Wird nicht rasch gehandelt, können die Symptome lebensbedrohlich sein.

Mehr zum Thema:

Galenica Coop