Wegen Trockenheit: Jetzt sterben schon Rehkitze!
Die anhaltende Trockenheit fordert ihren Tribut: Rehkitze sterben, kleinere Gewässer sind bereits im Juni ausgetrocknet. Jedoch bringt der Biber etwas Abhilfe.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Kanton Luzern wurden bereits tote Rehkitze wegen Nahrungsmangels gemeldet.
- Ausgetrocknete Bäche führten im Juni bereits zu Fischsterben.
- Biber-Dämme speichern Wasser und schaffen Wildtieren wichtige Trinkstellen.
Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen setzen nicht nur Menschen und Haustieren zu. Auch für Wildtiere wird die Lage zunehmend kritisch.
Während ausgetrocknete Bäche und Wiesen das Ausmass der Dürre sichtbar machen, spielt sich das eigentliche Drama oft im Verborgenen ab: Rehkitze finden kaum noch Deckung und Nahrung.

Wasserstellen versiegen, wodurch immer mehr Tiere an ihre Belastungsgrenze geraten. Wiederholte Sommerdürren führen langfristig zu einem Rückgang der Bodenfauna.
Fachleute schlagen Alarm – denn die Folgen der Hitze sind inzwischen auch im Wald und auf den Feldern deutlich spürbar.
Wildtiere suchen Schatten
«Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen können bei Wildtieren zu Hitzestress führen», sagt Claudio Schorta vom Jagdamt des Kantons Luzern.
Zahlreiche Tiere würden ihre Aktivitäten darum nun in die Nacht- und Dämmerungsstunden verlegen. Tagsüber suchen sie lieber einen schattigen Rückzugsort.
Besonders wichtig sei es, «dass die Tiere ihre Ruhe haben und nicht gestört werden». Bei einer Flucht würden die Tiere noch mehr gestresst, zudem «besteht die Gefahr einer Überhitzung».
Anhaltende Hitzeperioden seien vor allem für wassergebundene Tiergruppen verheerend, wie beispielsweise Fische und Amphibien. Da diese in ihrer Mobilität stark eingeschränkt und meist an ihren Lebensraum gebunden seien, betont Schorta.
Leere Wasserquellen bedeuten keine Milch
Das Alpenschneehuhn, welches vereinzelt in den höheren Berglagen in Luzern vorkommt, hat es auch schwer. Denn: «Alpine Arten sind besonders stark dem Klimawandel ausgesetzt», so der Experte.
Ganz zu schweigen von den Rehkitzen. Denn: «Dem Kanton wurden bereits schwache und tote Rehkitze gemeldet, die möglicherweise aufgrund eines Nahrungsmangels nicht überlebt haben.»
Versiegen die Wasserquellen der Muttertiere, produzieren diese weniger Milch – dies führt zu einer Unterversorgung der Jungtiere.
Bereits im Juni seien kleinere Gewässer komplett ausgetrocknet: «Was teilweise zu einem Fischsterben geführt hat.»
Die Biber hingegen sind die stillen Helden der Wildtiere während der Dürre. Durch deren fleissigen Bau von Dämmen würde auf natürliche Weise Wasser gespeichert. Dies diene anderen Wildtieren meist als sichere Wasserquelle.
Darum siehst du jetzt weniger Wildtiere
Marc Hosig vom Kanton Bern erklärt, derzeit seien «keine gravierenden Auswirkungen der Trockenheit auf Wildtiere» festzustellen. Jedoch werde die Situation weiter beobachtet.
Er ergänzt: «Die Wildtiere halten sich momentan an möglichst schattigen und kühlen Orten auf.» Dadurch seien sie generell weniger zu beobachten.

















