In den vergangenen Wochen hat es in der Schweiz kaum über längere Zeit geregnet. Die Trockenheit macht den Bäumen zu schaffen – vor allem im Süden.
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Vertrocknete Blätter Anfang August in Mendrisiotto TI. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Wochen ist es in der Schweiz trocken und heiss, Regen bleibt selten.
  • Besonders im Süden hat das Auswirkungen auf die Wälder.
  • Die Trockenheit könnte gar zu einem Baumsterben führen.

Schon heute zeigen sich die Auswirkungen, die die starke Hitze auf die Natur in der Schweiz hat: Im Juli nahmen die Blätter der Bäume zum Teil bereits herbstliche Gelb- und Orangetöne an.

Prekär ist die Situation vor allem im südlichen Teil der Sonnenstube der Schweiz: In Mendrisiotto TI zum Beispiel gab es seit Anfang Jahr kaum Niederschlag.

«Dort beginnen grössere Bereiche des Walds zu verbraunen», sagt Forscher Boris Pezzatti von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft zu Nau.ch.

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Die Bäume und Sträucher leiden wegen der vielen Hitzetage.
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Bereits im August werfen die Bäume ihre Blätter ab.
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Viele Blätter sind schon braun – wie hier in Urdorf ZH.
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Die Hitze ist im Wald unübersehbar.

Er warnt: Extreme Trockenheit kann auch langfristige Probleme mit sich bringen – und sogar zu einem Baumsterben führen.

«Trockenheit kann problematisch werden»

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, welche Auswirkungen die extreme Hitze und Trockenheit auf die Zukunft haben können: «Bei der Trockenheit im Jahr 2003 sind an ungeschützten Stellen viele Kastanien gestorben.»

Und: «Auch nördlich der Alpen bei den Buchen, die im trockenen 2018 früher Laub abwarfen, konnte man eine erhöhte Sterberate nachweisen.»

Machen Sie sich Sorgen um die Schweizer Wälder?

Droht auch jetzt, nach den oft trockenen, extrem heissen Tagen der vergangenen Wochen vielen Bäumen der Tod? Möglich. «Besonders problematisch wird es, wenn derartige Trockenheit in aufeinanderfolgenden Jahren wiederholt vorkommt», erklärt Pezzatti. «Die Bäume müssen dann immer wieder auf ihre Reserven zugreifen.»

Mendrisiotto
Besonders trocken ist es derzeit im Südtessin.
Mendrisiotto
In der Region Mendrisiotto gab es seit Anfang 2021 kaum Regen.
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Regen wäre wichtig, damit der Boden wieder Wasser speichern kann.

Dennoch zeigt sich der Forscher hoffnungsvoll: «Es ist aber auch wohl möglich, dass die Bäume sich erholen können. Das werden wir aber erst im Frühling feststellen können.»

Alpendörfer auf Schutz der Bäume angewiesen

Besonders in der Alpenregion wäre ein Baumsterben gefährlich. «Wir stützen uns dort sehr stark auf die Schutzfunktion des Waldes.»

Pezzatti erklärt: «Der Wald schützt die unterstehenden Siedlungen, die oft im Tal liegen. Diese Schutzfunktion müssen wir unbedingt bewahren.» Ohne Bäume drohen Geröll, Schlamm- und Schneelawinen direkt in die Dörfer zu gelangen.

Deshalb: «Es braucht vor allem in Mendrisiotto jetzt wirklich Regen. Einige Tage mässiger Niederschlag wäre für Bäume und Landwirtschaft wichtig.» So könnte der Boden wieder mehr Wasser speichern und den Pflanzen zur Verfügung stellen.

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