Walliser Politikerin kritisiert Trauer-Verlegung nach Martigny
Dass die Trauerfeier für Crans-Montana in Martigny stattfindet, stösst auf Unverständnis. Es werde als Mangel an Empathie wahrgenommen, so eine Politikerin.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Walliser Politikerin kritisiert die Verlegung der Trauerfeier nach Martigny.
- Es werde als «Mangel an Empathie und Takt» wahrgenommen.
- Für die Familien sei die physische Verbindung zum Ort unerlässlich.
Heute Freitag findet eine Gedenkzeremonie für die Opfer der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» statt. Jedoch nicht in Crans-Montana, sondern in Martigny. Begründet wird die Verlegung mit dem erwarteten Schneefall und organisatorischen Herausforderungen. Verständnis gibt es dennoch kaum.
Nadine Reichen, UDC-Abgeordnete von Sierre im Walliser Parlament, teilt auf Facebook einen Brief, den sie an Guy Parmelin geschickt hatte. Die Überschrift: «Empörung über die Verlegung der Gedenkfeier.»
Die Verlegung löse «tiefes Missverständnis und Verletzungsgefühl aus». Der geografische Ort sie für die Betroffenen «kein einfaches logistisches Detail». In Crans-Montana habe die Tragödie zugeschlagen, habe sich die Solidarität organisiert. Den Anlass nun aus Wettergründen zu verlegen, «wird als offensichtlichen Mangel an Takt und Empathie wahrgenommen».
Es sei auch paradox, sich auf «Angst vor Schnee» zu berufen, schreibt die Politikerin. Denn die Opfer seien sich «einer unendlich grösseren Not» ausgeliefert gewesen. Es sei ein moralischer Fehler, «Bequemlichkeit und organisatorische Einfachheit gegenüber der Gedächtnispflicht auf Kosten der symbolischen Stärke zu bevorzugen».
Die Organisatoren werden die Trauerfeier auf Bildschirmen auch in Crans-Montana zeigen. Doch die Angehörigen seien dennoch weit weg, die Nähe fehle, argumentiert Reichen. Eine Gedenkfeier sei ein Akt der Präsenz und des Teilens am Ort, wo der Schmerz entstanden sei. «Für Familien ist die physische Verbindung zum Ort der Erinnerung unerlässlich.»
Zur heutigen Trauerfeier in Martigny werden zahlreiche Staatschefs erwartet. Mit Guy Parmelin, Ignazio Cassis und Beat Jans nehmen drei Bundesräte teil.















