In Basel werden ÖV-Haltestellen zusammengelegt oder fallen ganz weg – damit die Verbindungen schneller werden. Ist das in anderen Städten auch ein Thema?
Ein Tram der BVB fährt durch die Stadt Basel (Symbolbild).
Ein Tram der BVB fährt durch die Stadt Basel (Symbolbild). - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Basler Nahverkehr ist nicht der schnellste – deshalb werden Haltestellen gestrichen.
  • In Zürich und Bern sind solche Pläne aktuell nicht vorgesehen.

Die Schweiz ist für ihr engmaschiges ÖV-Netz bekannt. Doch die vielen Haltestellen machen die Verbindungen vor allem im Nahverkehr langsam. Kaum losgefahren, bremst das Tram oder der Bus bereits wieder für die nächste Haltestelle.

Eine Studie von Avenir Suisse aus dem Jahr 2018 zeigt: Basel ist nach Lugano die Stadt mit dem langsamsten ÖV. Zürich und Bern dagegen verfügen über einen im Vergleich schnellen Nahverkehr.

Basel Tram
Ein Tram an der Feldbergstrasse an der Kreuzung zur Klybeckstrasse in Basel. - keystone

Die Stadtbasler Politik will der Langsamkeit an den Kragen – indem Haltestellen zusammengelegt oder gar ganz gestrichen werden. Drei Haltestellen (Ensisheimerstrasse, Airolostrasse und Westfeld) werden aufgelöst, drei weitere zusammengelegt, wie die Basler Zeitung berichtet. Damit könne pro Haltestelle im Schnitt eine halbe Minute Zeit gewonnen werden.

Bern Spitalacker fällt Umbau zum Opfer

Auch in Bern wurden erst kürzlich zwei Haltestellen zusammengelegt – die Haltestelle Spitalacker auf der Tramlinie 9 ist nicht mehr. Dies, weil nach dem Umbau des Viktoriaplatzes die Haltestelle 50 Meter Richtung Spitalacker verlegt wurde.

Viktoriaplatz bern baustelle
Bagger reissen den Strassenbelag bei der Kornhausbrücke heraus, auf der Baustelle zwischen der Kornhausbrücke und dem Breitenrainplatz, am Donnerstag, 8. Juli 2021 in Bern. - keystone

Mit der Geschwindigkeit hat dies aber nichts zu tun. Denn für einmal gehören die Berner zu den Schnellsten, jedenfalls was die Durchschnittsgeschwindigkeit von Bus und Tram angeht.

«Die Zusammenlegung erfolgte, um die neue Haltestelle behindertengerecht zu gestalten», erklärt Rolf Meyer, Leiter Kommunikation bei Bernmobil. Dies wäre bei der alten Haltestelle nicht möglich gewesen. Auch sonst seien in Bern keine Bestrebungen wie in Basel im Gange, so Meyer.

Zürich einsame Spitze

Auch in Zürich ist in naher Zukunft keine Aufhebung oder Zusammenlegung von Haltestellen geplant. Tobias Wälti, Medienstelle der Zürcher Verkehrsbetriebe, sagt: «Bei der langfristigen Netzentwicklung wird man die Abstände und Lage der Haltestellen immer wieder neu beurteilen.»

ZVV LkW Zürich
Ein Tram in Zürich (Symbolbild). - Keystone

Zürich hat dies aber, jedenfalls laut der Avenir-Suisse-Studie, auch nicht nötig: Nirgendwo in der Schweiz ist der Nahverkehr schneller unterwegs als in der Limmatstadt.

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