Unbekannter legt mysteriöse Hufeisen in Briefkästen

Bettina Zanni
Bettina Zanni

Goldküste,

Einwohner in einigen Gemeinden haben einen Glücksbringer in ihrem Briefkasten entdeckt. Das Schreiben dazu klingt nett – auf den ersten Blick.

Hufeisen
Wer die Post mit dem Hufeisen verschickt hat, ist unklar. - Facebook

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein anonymer Absender hat in Meilen ZH und Dulliken SO Hufeisen in Briefkästen gelegt.
  • Der Absender behauptet, Hufeisen des verstorbenen Vaters und Hufschmieds zu verteilen.
  • Dabei könnte es sich um eine neue Betrugsmasche handeln.

Das neue Jahr ist mit einigen negativen Ereignissen auf der Welt gestartet. Das Flammeninferno in Crans-Montana VS macht in der Schweiz auch einen Monat später betroffen.

Ein Glücksbringer im eigenen Briefkasten kommt da wie gerufen.

«Wer hat sonst noch solche Post bekommen?», fragt eine Bewohnerin in einer lokalen Facebook-Gruppe von Meilen ZH. Dazu postet sie ein Foto von einem Hufeisen und einem Zettel.

«Glücksbringer» in Briefkästen»

Sein Vater sei Hufschmied gewesen und im Spätsommer 2025 gestorben, behauptet der Absender auf dem Zettel. In seiner Werkstatt sei ein Berg gebrauchter Hufeisen zurückgeblieben. Diese habe er nicht einfach liegen lassen wollen.

Wenn er unterwegs sei, habe er immer ein paar Hufeisen dabei, steht weiter. Und er lege diese Glücksbringer in «zufällig ausgewählte Briefkästen», so der anonyme Absender.

Hast du schon mal betrügerische Post erhalten?

Der Zettel schliesst ab mit der Mitteilung: «Heute bin ich an deinem Briefkasten vorbeigekommen.» Als Absender erscheint die E-Mailadresse «[email protected]».

Link mit Trojaner kommt zurück

«So schön ... da würde ich mich auch freuen», antwortet eine Userin in den Kommentaren. Eine weitere schreibt: «Wenn's stimmt, herzige Geschichte.»

Die meisten User reagieren aber misstrauisch. «Wer antwortet, ist selber schuld .... ist ne neue Masche», behauptet ein User.

In einer lokalen Facebook-Gruppe von Dulliken SO warnt eine Userin vor der Post. In der Schweiz und im gesamten deutschsprachigen Raum handle es sich um eine bekannte Betrugsmasche, schreibt sie. Diese werde oft als «Glücksbringer-Betrug» oder «Vorschussbetrug» bezeichnet.

Für einen Kommentierenden steht sowieso fest: «Ab in die Alteisensammlung!» Nur wer abergläubisch sei, sammle Hufeisen.

Ein User scheint genauer Bescheid zu wissen. Bedankt man sich bei der E-Mail-Adresse, komme eine E-Mail mit einem Link zurück, schreibt er. Dieser fordere die Empfänger zum Anklicken auf, um eine Dankeskarte zu öffnen. «Sobald man den Link anklickt, wird ein Trojaner installiert», behauptet er.

Polizei warnt

Ein Test-Mail der Nau.ch-Redaktion am Dienstag an die Adresse bestätigt die Behauptung aber nicht: Zurück kommt nämlich gar nichts.

Die Kantonspolizeien Zürich, Solothurn und Aargau können keine Angaben zur Hufeisen-Post machen. Alle melden auf Anfrage, dass ihnen aktuell keine solchen Meldungen vorlägen.

Laut der Kantonspolizei Aargau ist in solchen Fällen grundsätzlich Zurückhaltung und Vorsicht geboten. «Zumal weder der Absender noch dessen Absichten bekannt sind», sagt Mediensprecherin Kathrin Wettstein. Sie rieten daher ausdrücklich, nicht auf Forderungen einzugehen, keine Links anzuwählen und keine persönlichen Daten preiszugeben.

Ist solche Post erlaubt?

Die Schweizerische Kriminalprävention SKP verweist auf das Recht, Strafanzeige bei der Kantonspolizei einzureichen. «Wegen Betrugs, Eindringens in eine Datenverarbeitungsanlage oder bei Anklicken des Links und Eintreten eines Schadens», sagt Geschäftsleiter Fabian Ilg. Der Schaden könne finanziell oder durch einen Trojaner entstanden sein.

Ein solches Hufeisen hat niemand bestellt. Trotzdem ist das Deponieren von Gegenständen in fremden Briefkästen nicht verboten.

«Liegt keine Straftat oder konkrete strafbare Absicht vor, ist Post dieser Art grundsätzlich erlaubt», sagt Kathrin Wettstein. Anders sehe es aus, wenn sich in der Tat eine Betrugsmasche dahinter verberge.

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Kommentare

User #1597 (nicht angemeldet)

Der ganze Werbemüll „Politflyer, Hufeisen, Spendenaufrufe, Goldankäufe, etc… „ fliegen aus dem Briefkasten ungelesen direkt in den Müll..

User #1211 (nicht angemeldet)

Satire.Bei mir war die Steuerrechnung im Briefkasten koennte ja auch falsch sein? Satire

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