Winterthur

    Umweg-Ärger wegen Passerellen-Abbau in Winterthur

    Weil die Stadt Winterthur bei der Grüze-Überquerung die Passerelle abgebaut hat, haben Anwohner längere Wartezeiten.

    Matthias Henggeler kritisiert den Passerellen-Rückbau durch die Stadt.
    Matthias Henggeler kritisiert den Passerellen-Rückbau durch die Stadt. - spo

    Diese Rechnung geht nicht auf: Am 13. Dezember wird die neue Leonie-Moser-Brücke für den Fussverkehr geöffnet. Bereits jetzt, vier Monate vorher, hat die Stadt aber die Passerelle abgebaut, die an dieser Stelle die Gebiete Grüze und Neuhegi verbindet.

    Das verärgert Anwohner, die nun auf ihrem Arbeitsweg längere Wartezeiten befürchten. Wer zum Bahnhof Grüze will, muss einen Umweg in Kauf nehmen.

    «Das ist eine unzumutbare Verschlechterung. Der Weg via Bahnübergang ist keine verlässliche Alternative», sagt Matthias Henggeler vom nahen Birchermüesli-Quartier. Auf seinem täglichen Arbeitsweg verliere er durch den frühzeitigen Abbau der Passerelle viel Zeit.

    Winterthur
    Blick auf die Stadt Winterthur. - keystone

    «Die Schranken schliessen zu schwer vorhersehbaren Zeiten und bleiben aufgrund des intensiven Bahnverkehrs teilweise sehr lange geschlossen. Ich habe dort bereits Wartezeiten von bis zu 20 Minuten erlebt.»

    Abbau war laut Stadt nötig

    Unter dem Passerellen-Abbau könne schliesslich auch der ÖV leiden. «Wer täglich pünktlich zur Arbeit gelangen muss, wird dadurch faktisch dazu gedrängt, auf das Auto auszuweichen.

    So wird der öffentliche Verkehr nicht gefördert, sondern unattraktiver», so der Anwohner. Henggeler intervenierte bei der Stadt. Sie solle den Abbau doch überprüfen.

    Die Passerelle solle so lange bestehen bleiben, bis Lift und Treppe der Leonie-Moser-Brücke tatsächlich geöffnet sind. Ohne Erfolg: Am 7. August wurde die Passerelle abgebaut. Dies jedoch mit gutem Grund.

    «Die Passerelle quert die Einmündung der Ostrampe in den Minervaplatz und steht der Montage der Fahrleitungen sowie der Strassen- und Sicherheitsbeleuchtung im Weg. Diese Arbeiten beginnen bereits Anfang September.»

    «Damit sie termingerecht ausgeführt werden können, muss die Passerelle vorgängig zurückgebaut werden. Der Rückbau ist somit eine notwendige Voraussetzung für die Fertigstellung der Brücke», sagt Michael Graf, Kommunikationsbeauftragter Departement Bau und Mobilität der Stadt.

    Das Tiefbauamt sei sich bewusst, dass die längeren Wartezeiten und die Ausweichrouten keine idealen Lösungen sind. Zwar habe die Stadt gemeinsam mit der SBB nach einer möglichen Wegführung für Fussgängerinnen und Fussgänger über die sich im Bau befindliche Brücke geprüft.

    Sollte die alte Passerelle bis zur Eröffnung der neuen Brücke stehen bleiben?

    «Leider konnte keine Lösung gefunden werden, die den gesetzlichen und bahntechnischen Sicherheitsanforderungen genügt und gleichzeitig den Bauablauf nicht empfindlich stört», so Graf. Als Übergangslösung werde die Stadt eine Umleitung einrichten.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.

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    Kommentare

    User #8993 (nicht angemeldet)

    Vier Monate sind eine lange Zeit, wenn der tägliche Weg zum Bahnhof durch Umwege und unberechenbare Wartezeiten erschwert wird. Bis zu 20 Minuten an einer geschlossenen Schranke sind für Berufstätige eine erhebliche Belastung. Deshalb sollten weitere Möglichkeiten geprüft werden, den Fussverkehr bis zur Eröffnung der neuen Brücke zu entlasten. Ein verlässlicher Bahnhofszugang gehört zu einem attraktiven ÖV.

    User #8993 (nicht angemeldet)

    Vier Monate Umwege und unberechenbare Wartezeiten sind ein Armutszeugnis für die Übergangsplanung. Die politische Verantwortung liegt bei Baustadträtin Christa Meier (SP). Bau- und Sicherheitsgründe erklären den Rückbau der Passerelle. Für die Anwohnenden bleibt die Lösung unbefriedigend. Das Baudepartement muss sich auch daran messen lassen, wie der tägliche Weg zum Bahnhof während der Bauphase funktioniert.

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