Die ETH Zürich hat ein kostengünstiges und alltagstaugliches Beatmungsgerät für Schwellen- und Entwicklungsländer erarbeitet.
Alle Komponenten des ETH-Beatmungsgerätes bestehen aus leicht erhältlichen standardisierten Bauteilen.
Alle Komponenten des ETH-Beatmungsgerätes bestehen aus leicht erhältlichen standardisierten Bauteilen. - sda - Keystone/Nicola Pitaro

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ETH hat ein «Low-Budget»-Beatmungsgerät entwickelt.
  • Es soll in Entwicklungsländern auch, aber nicht nur, gegen das Coronavirus helfen.
  • Das Gerät wird in der Ukraine hergestellt, unterstützt mit 1,5 Millionen Franken vom Bund.

Der Bund schiebt die Produktion des preiswerten Gerätes in der Ukraine mit 1,5 Millionen Franken an. Der «Low Cost Lung Ventilator» wurde am Dienstagnachmittag in Bern von den ETH-Verantwortlichen erläutert und präsentiert.

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Die ETH in Zürich hat ein Low-Budget-Beatmungsgerät entwickelt. - keystone

Zum Einsatz kommen soll es bei Menschen mit Atembeschwerden - etwa wegen dem Coronavirus. Das Gerät lässt sich aus standardisierten, lokal erhältlichen Bauteilen preisgünstig herstellen, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte.

Open Source-Baukasten

Das wissenschaftliche Rüstzeug für das Beatmungsgerät ist «Open Source» und damit weltweit zugänglich. Durch die Verwendung der öffentlich zugänglichen Wissenschaftsdaten kann die ETH Zürich Forschungs- und Entwicklungskosten sparen.

Die einfache Bauweise soll die Geräte auch für Schwellen- und Entwicklungsländer erschwinglich machen. In der Zentralafrikanischen Republik beispielsweise gibt es laut «Ärzte ohne Grenzen» gerade einmal drei Beatmungsgeräte für fünf Millionen Menschen.

1,5 Millionen vom Bund

Um die Produktion in der Ukraine anzuschieben wurde am Dienstag in Bern ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Mit dabei waren Aussenminister Ignazio Cassis und Artem Rybchenko, ukrainischer Botschafter in der Schweiz. Die Anschubfinanzierung beträgt 1,5 Millionen Franken und wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) bereitgestellt.

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Aussenminister und Bundespräsident Ignazio Cassis eröffnet die Schweizer Botschaft in Kiew wieder. - Keystone

Die Geräte sollen zunächst an Gesundheits- und Erste-Hilfe-Stationen in der Ukraine geliefert werden, in denen die Nachfrage gross ist. Künftig sei jedoch auch der Export der Geräte in Entwicklungsländer denkbar, so das EDA in seiner Mitteilung. Sie könnten nicht nur im Zusammenhang mit Covid-19-Symptomen eingesetzt werden, sondern zum Beispiel auch in Ambulanzen.

Das Gerät ist vergleichsweise einfach herzustellen. Es erlaube es zudem, den Einsatz von teuren high-end Geräten auf Patientinnen im kritischen Zustand zu konzentrieren. Cassis würdigte das Projekt als «Beispiel für science-diplomacy». Es zeige auch auf, welches Potenzial die Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftssektor für nachhaltige Entwicklung habe.

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