Über McDonald's: Aargauer sollen in Tiny-House auf Fabrikdach wohnen
In Baden AG soll auf einem Fabrikdach neuer Wohnraum entstehen. Als Antwort auf die knappe Wohnsituation sind kleine Holzhäuser in Modulbauweise geplant.

Das Wichtigste in Kürze
- In Baden-Dättwil sollen auf dem Dach der Fabrikpassage acht modulare Holzhäuser entstehen.
- Die 1½-Zimmer-Wohnungen bieten je rund 30 bis 35 Quadratmeter Wohnfläche.
- Die Häuser kommen somit oberhalb einer McDonald's-Filiale und eines Spar zu stehen.
In Baden ist bezahlbarer Wohnraum rar, besonders kleine Wohnungen sind stark gefragt.
Ein neues Projekt in Dättwil, das zu Baden gehört, will nun ungenutzte Flächen erschliessen: Auf dem Flachdach eines Gewerbegebäudes sollen mehrere kleine Holzhäuser entstehen.
Geplant ist das Vorhaben auf der sogenannten Fabrikpassage an der Mellingerstrasse 208, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.
Dort möchte der Badener Investor Christoph Schoop acht sogenannte Wikkelhouses realisieren. Die kompakten Wohneinheiten werden in Modulbauweise gefertigt und anschliessend auf dem Dach montiert.
Das Gebäude gehört der Diebold AG, die ebenfalls zu Schoops Unternehmensgruppe zählt. Im Erdgeschoss sind heute unter anderem ein Spar-Supermarkt, ein McDonald’s-Restaurant und eine Filiale der Bäckerei Spitzbueb untergebracht.
Kleine Wohnungen auf dem Dach
Die geplanten Häuser sind als 1½-Zimmer-Wohnungen konzipiert. Jede Einheit umfasst 30 bis 35 Quadratmeter Wohnfläche. Insgesamt ergibt sich eine Nettogeschossfläche von 244,5 Quadratmetern. Zu jedem Haus gehört zudem eine eigene Terrasse.
Erreichen sollen die Bewohner die Dachüberbauung über das bestehende Treppenhaus sowie einen Lift.
Die Idee für die Dachnutzung entstand im Zuge einer geplanten Sanierung des Gebäudes.
Häuser bewusst locker angeordnet
Entworfen wurde das Projekt vom Büro Andreas Zehnder Architekten SIA AG aus Dättwil. Statt einer klassischen Attika-Lösung planen die Architekten mehrere freistehende Häuser auf dem Dach.

Noch ist offen, ob diese Lösung baurechtlich bewilligt werden kann. Mit einer Voranfrage möchte die Bauherrschaft nun von der Stadt Baden klären lassen, ob das Projekt bewilligungsfähig ist. Die entsprechenden Unterlagen liegen derzeit öffentlich auf.
Schoop zeigt sich gegenüber der Zeitung optimistisch: In der Gewerbezone erlaubt das Badener Baugesetz bis zu 15 Prozent Wohnnutzung. Auch statisch sei das Gebäude für die zusätzliche Belastung geeignet.
Produktion in der Zentralschweiz
Die Wikkelhouses sollen im Werk von Schoop in Flüelen UR produziert werden. Die Bauweise stammt ursprünglich aus den Niederlanden und wurde an Schweizer Normen angepasst.

Die Einheiten erreichen eine Raumhöhe von bis zu 3,5 Metern und werden komplett mit Küche, Bad und weiteren Modulen geliefert.
Die Häuser bestehen grösstenteils aus Schweizer Holz und sind stark gedämmt. Der Preis ab Werk liegt laut Angaben bei rund 200’000 Franken.
Bereits weitere Projekte geplant
Einige dieser Häuser stehen bereits an anderen Orten. Die ersten vier Wikkelhouses wurden auf der Rigi erstellt. In Villnachern bei Brugg AG wurde kürzlich eine Siedlung mit 22 Einheiten auf dem Badi-Areal bewilligt.
Weitere Projekte sind bei der Bergstation der Klewenalp NW sowie in Arvenbüel auf dem Dach eines unterirdischen Parkhauses vorgesehen.
«Das Vorhaben in Dättwil ist nun ein Pilotprojekt für die Region Baden», sagt Christoph Schoop. Er ist überzeugt, damit ein steigendes Bedürfnis zu treffen. Gerade kleine Wohnungen seien besonders gefragt.












