Trump: Libanon und Israel stimmen 10-tägiger Waffenruhe zu
Donald Trump hat erklärt, Libanon und Israel hätten einer zehntägigen Waffenruhe zugestimmt.

Das Wichtigste in Kürze
- Trump spricht von einem neuen diplomatischen Durchbruch im Nahost-Konflikt.
- Sein Team soll mit Libanon und Israel einen dauerhaften Frieden vorbereiten.
- Die Waffenruhe soll um 23 Uhr Schweizer Zeit erfolgen.
Die Hisbollah äusserte sich zunächst nicht. Die libanesische Regierung ist keine aktive Konfliktpartei und bemüht sich um Deeskalation.
Trump schrieb weiter, er habe Vizepräsident JD Vance, US-Aussenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine angewiesen, gemeinsam mit dem Libanon und Israel auf einen dauerhaften Frieden hinzuarbeiten.
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar liefern sich auch die vom Iran unterstützte Hisbollah und das israelische Militär eine erneute schwere Konfrontation. Als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seit Anfang März erneut Raketen in Richtung Israel.
Die israelische Luftwaffe reagiert seitdem mit massiven Luftangriffen. Dabei kam es zu schweren Kämpfen im Süden und zu Angriffen im Osten sowie der Hauptstadt Beirut und deren Vororten.
Das israelische Militär rückte in einer Bodenoffensive zudem weiter in den Süden des Nachbarlandes vor und lieferte sich im Grenzgebiet Bodenkämpfe mit der Hisbollah.
Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei den erneuten Kämpfen bisher knapp 2.200 Menschen getötet. Darunter sind den Angaben zufolge zahlreiche Frauen und Kinder. Die israelische Armee sprach zuletzt von mehr als 1.700 getöteten Hisbollah-Mitgliedern seit Anfang März. Die genaue Zahl der getöteten Zivilisten ist unklar.
Im Libanon warten Hunderttausende darauf, in ihre Häuser zurückkehren zu können. Nach Regierungsangaben wurden aufgrund des jüngsten Konflikts mehr als eine Million Menschen vertrieben. In den angegriffenen Gebieten herrscht zum Teil grossflächige Zerstörung.
Die Hisbollah agiert im Libanon seit langer Zeit als eine Art Staat im Staate. Sie ist einer der wichtigsten Verbündeten in Irans sogenannter «Achse des Widerstands». Bis vor der jüngsten Eskalation stuften Beobachter die Kapazitäten der Miliz aber als deutlich geschwächt ein.
Israel und die Hisbollah hatten bereits 2024 einen offenen Krieg gegeneinander geführt. Trotz einer Waffenruhe im November 2024 blieb die Lage angespannt. Beide Seiten warfen sich fortwährend Verstösse vor. Das israelische Militär griff trotz Waffenruhe weiter nahezu täglich im Libanon an.
Das israelische Militär blieb auch an mehreren Punkten im Libanon stationiert. Gemäss der damals getroffenen Waffenruhe sollte die Hisbollah entwaffnet werden. Israel warf dem libanesischen Staat bei der Aufgabe Versagen vor und wollte die Entwaffnung schliesslich militärisch durchsetzen.
Der neue Durchbruch folgt auf direkte Gespräche in Washington, bei denen die Botschafter der verfeindeten Länder sich erstmals seit Jahrzehnten direkt zu politischen Verhandlungen trafen. Schon zuvor hiess es nach US-Angaben, dass die Gespräche zu einem «umfassenden Friedensabkommen» führen könnten.










