Reiche Genfer daheim überfallen – neue Details zu Tätern
Einbrechen, wenn die Opfer zuhause sind. Häufig sind reiche Genfer betroffen. Die Täter – meist aus Frankreich – suchen den Kontakt zu den Opfern bewusst.

Das Wichtigste in Kürze
- Sogenannte «Homejackings» in Genf sorgen derzeit international für Schlagzeilen.
- Die Täter gehen einen Schritt weiter als normale Einbrecher: Sie überfallen ihre Opfer bewusst, wenn sie daheim sind.
- Nun wird bekannt: Sieben dieser Attacken wurden von einer Gruppe aus Südfrankreich ausgeübt.
Horror in den eigenen vier Wänden. Beim sogenannten «Homejacking» werden Menschen in ihrem eigenen Zuhause überfallen. Die Täter haben es meist auf Bargeld, Schmuck oder Luxusuhren abgesehen.
Anders als bei einem klassischen Einbruch warten sie nicht, bis die Bewohner weg sind. Sie schlagen bewusst zu, während diese zu Hause sind.
Vor allem in den reichen Gemeinden am linken Ufer des Genfersees kommt es immer mehr zu Homejacking (Nau.ch berichtete).

In einem Artikel hat sich nun gar die britische «Financial Times» dem Phänomen aus Genf gewidmet. Der Bericht liefert weitere Details zur Herkunft der Täter.
Banden aus Frankreich, Täter aus Marseille verhaftet
Demnach sollen sieben Überfälle aus dem letzten Jahr auf eigenständige Banden aus Südfrankreich zurückzuführen sein. Verdächtigt werden vier serbische und sieben französische Staatsangehörige aus der Region Marseille.
Dies deckt sich mit vorgängigen Beiträgen von «Léman Bleu». Der Genfer Sender berichtete über die mutmasslichen Täter von mindestens fünf weiteren Genfer Home-Jackings. Die drei Verdächtigen mit osteuropäischer Herkunft wurden in Marseille verhaftet. Und sollten an die Schweiz ausgeliefert werden.
Die Polizeiarbeit zwischen der Schweiz und Frankreich gerät aber unter Druck, heisst es im «FT»-Bericht weiter. Grund dafür sind die offenen Grenzen zu Frankreich, systematische Pass-Kontrollen gibt es nicht.
Die französische Botschaft in der Schweiz spricht hingegen von einer «engen, umfassenden und flexiblen» Kooperation mit den Schweizer Behörden.
Aus der Genfer Politik gibt es Forderungen nach mehr Grenzbeamten sowie schnellerem Zugriff auf die Nummernschilddatenbanken.
Eine Bank auszurauben ist schwieriger
Marc Gygli leitet die Genfer Brigade zur Bekämpfung von Bandenkriminalität. Letzten November erklärte er gegenüber «RTS» die Zunahme von «Homejacking»-Einbrüchen.

Homejacking sei profitabler als Überfälle auf Geschäfte. Banken und Juweliere hätten ihre Sicherheitsmassnahmen nämlich stark verbessert. Ein Überfall brauche «sehr aufwendige Infrastruktur».
Auf diese Opfer haben es die Gangs abgesehen
Die Opfer könnten sich aber auch selbst schützen. Viele der Opfer würden ihren Reichtum im Internet zur Schau stellen und damit die Täter auf den Plan rufen. Die Folge für die Opfer von Homejacking ist nicht selten ein jahrelanger Kampf mit dem traumatischen Erlebnis.
In der Schweiz haben einige Orte genug. Der noble Genfer Vorort Vandœuvres sagt den Verbrechern schon länger den Kampf an: So kündigte die Gemeinde an, öffentliche Sicherheitskameras zu installieren. Und Unterstützung beim Kanton anzufordern.















