Lawinensituation im Wallis entspannt sich minimal

In den Alpen spielt das Wetter verrückt: Anhaltende Schneefälle sorgen für Verkehrsbehinderungen und Lawinen. Alle Entwicklungen im Ticker.

Gefahrenlage
Die Gefahrenlage am Dienstagabend. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Wallis ist an einigen Orten innert zwei Tagen über 1,5 Meter Schnee gefallen.
  • Die massiven Schneefälle sorgen für Verkehrsbehinderungen.
  • Die Lawinengefahr war zeitweise auf höchster Stufe, inzwischen leicht niedriger.
  • Alle Entwicklungen gibt es hier im Liveticker.

Das Wetter im Alpenraum spielt weiter verrückt: Im Wallis hat es in den vergangenen 48 Stunden enorme Schneemengen gegeben.

Die Folge: Strassen müssen gesperrt werden, Touristen sitzen fest. Es kommt zu Zugausfällen und Verspätungen. Und zu Lawinen: Die Gefahrenstufe wurde zeitweise sogar auf die höchste Stufe angehoben.

Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier:

Lawinen-Situation im Wallis entspannt sich leicht

17.06: Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) hat am Dienstagabend das aktualisierte Lawinenbulletin veröffentlicht.

Im Vergleich mit der Prognose am Dienstagmorgen hat sich die Situation im Wallis leicht entspannt. Die Gefahrenstufe «Sehr gross» wurde auf «Gross» zurückgestuft.

Lawinenbulletin
Heute Morgen war auf dem Lawinenbulletin noch die Gefahrenstufe 5 zu sehen. - whiterisk.ch

Die Situation ist weiterhin angespannt, in allen anderen gefährdeten Bereichen der Schweiz hat sich nichts verändert.

Schneesportler im Kanton Graubünden verschüttet

15.50: Am Montag ist ein Mann ausserhalb der markierten Piste von einem Schneebrett verschüttet worden. Er konnte sich teilweise selbst aus den Schneemassen befreien und um Hilfe rufen, wie die Kantonspolizei Graubünden schreibt.

Der Schneesportler fuhr vor 14.30 Uhr die Skipiste in Richtung Besenbinder hinunter und verliess die Piste, um im Pulverschnee zu fahren.

Gemäss ersten Erkenntnissen der Kantonspolizei Graubünden löste er selbst ein Schneebrett aus und wurde von diesem erfasst.

Doch er hatte sehr viel Glück: Ein Arm des Mannes ragte aus der Schneeoberfläche heraus.

Lawine
Im Kanton Graubünden wurde ein Schneesportler von einer Lawine verschüttet. Er konnte unterkühlt, aber unverletzt ins Spital transportiert werden. (Symbolbild) - keystone

Dies ermöglichte es ihm, sich so weit selbst zu befreien, dass eine ausreichende Sauerstoffzufuhr gewährleistet war. Eine vollständige Selbstbefreiung aus den stark komprimierten Schneemassen war jedoch nicht möglich. Der Mann wurde unterkühlt, aber unverletzt ins Spital gebracht.

Neues Video aus Zermatt aufgetaucht

14.32: Ein neues Video auf Social Media zeigt die Wucht, mit welcher die Lawine in Täsch den Berg runterdonnerte.

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Lawinenniedergang Zermatt. - facebook/@Nicola Villano

Über 1300 Menschen sind wegen Schneefällen ohne Strom

12.03: In Graubünden ist wegen der starken Schneefälle in zahlreichen Haushalten der Strom ausgefallen. In Obersaxen stürzte am Montagabend ein Baum auf eine Stromleitung. Andernorts sorgten Schneeentladungen zu Stromausfällen. 1334 Haushalte waren betroffen.

Die Stromunterbrüche hätten von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden gedauert, schrieb das Energieunternehmen Repower am Dienstagvormittag. Betroffen waren demnach Haushalte in der Surselva und im Prättigau.

Massive Lawine bei Täsch

11.59: Wegen einer Lawine ist die Verbindung der Matterhorn-Gotthard-Bahn auf der Strecke nach Zermatt erneut unterbrochen. Der Abschnitt zwischen Randa und Täsch ist betroffen. Wie lange die Einschränkung dauert, ist derzeit unklar.

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Die Lawine zwischen Randa und Täsch. - youtube/@pomonamedia

Bund ruft höchste Lawinen-Gefahrenstufe aus

09.18: Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) hat die Lawinenwarnung für die Schweiz verschärft. Im Wallis gilt inzwischen die höchste Gefahrenstufe 5 von 5, akute Lawinengefahr.

Lawinenbulletin
Das aktuelle Lawinenbulletin. Rot bedeutet grosse, dunkelrot sehr grosse Lawinengefahr. - whiterisk.ch

In den übrigen Alpen bleibt die Lage ebenfalls kritisch: Hier gilt weiterhin die Gefahrenstufe 4.

Dass der Bund für eine Region die höchste Gefahrenstufe ausruft, ist sehr selten. Gemäss dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SFL) wird die höchste Lawinengefahrenstufe in nur 0,1 Prozent aller Wintertage herausgegeben.

Kommentare

User #4121 (nicht angemeldet)

Aktuell ist es nicht nur in den bergen sehr gefährlich, dort drohen Lawinen, in den Städten kann es bis Mitte März zu spontanen Stich und Schnitt-Verletzungen kommen, die Fastenzeit ist sehr gefährlich, und nun noch Lawinen.

User #2188 (nicht angemeldet)

Es ist der letzte Winter vor dem Millennium, der letzte Winter im alten Jahrhundert. Ein Winter mit schweren Folgen. Innerhalb von 30 Tagen fallen fünf Meter Schnee – in den Schweizer Alpen gehen 1550 Schadenlawinen nieder. Die Lawinen zerstören unzählige Wälder, Verkehrswege und töten 17 Menschen. Besonders hart trifft es ein Walliser Dorf. (SRF Winter 1999)

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