ÖV, Einkaufen, Kirche: So trauerte die Schweiz heute
In der Silvesternacht starben in Crans-Montana bei einem Brand 40 Menschen. 116 wurden teils schwer verletzt. Nun findet ein nationaler Trauertag statt.

Das Wichtigste in Kürze
- 40 Menschen starben in der Silvesternacht in Crans-Montana bei einem Brand.
- 116 Personen wurden beim Inferno teils schwer verletzt und kämpfen um ihr Leben.
- Nun findet heute ein nationaler Trauertag statt.
In der Silvesternacht geriet die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS in Brand.
Beim Inferno kamen 40 Personen ums Leben. 116 Menschen wurden teils schwer verletzt und kämpfen nach wie vor ums Überleben.
Am heutigen 9. Januar findet in Martigny VS eine Gedenkfeier statt. Inländische, aber auch ausländische Würdenträger sind vor Ort.
Das Neueste dazu liest du im Ticker von Nau.ch:
Schweizweite Trauer
17.53: In den grösseren Schweizer Städten haben sich am Freitagnachmittag jeweils zahlreiche Menschen versammelt. Dies, um den Opfern der Brandkatastrophe von Crans-Montana zu gedenken.
Jeweils mehrere hunderte Menschen versammelten sich. Fahnen wehten auf Halbmast, an manchen Orten waren Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Sanität präsent.

Nachdem die Kirchenglocken und die Pfiffe der Lokomotiven aus nahe gelegenen Bahnhöfen verstummt waren, wurde es still. Menschen hielten sich bei den Händen, einige kämpften mit den Tränen.
Auch Zürich trauert um die Opfer von Crans-Montana
17.43: Auch in Zürich beteiligen sich viele Menschen und Institutionen in irgendeiner Form am Trauertag.
Zahlreiche Leute trafen sich zum gemeinsamen stillen Gedenken auf dem Münsterhof. Um 14 Uhr schlugen die Kirchenglocken während fünf Minuten. Anschliessend hielt man gemeinsam eine Schweigeminute ab.
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«Es fährt ein», berichtet ein Nau.ch-Reporter vor Ort. «Es war noch nie so still in der Stadt. Kein Auto, rein gar nichts hat man gehört.»
Zum Schluss fand in der Fraumünster-Kirche ein Gedenkanlass mit verschiedenen Religionsvertretenden statt.
Der Andrang dafür war riesig. «Die 800 Plätze der Fraumünster-Kirche sind alle belegt», so der Nau.ch-Reporter.
Zeremonie endet
14.58: Die Zeremonie zum nationalen Trauertag in Martigny ist zu einem Ende gekommen.
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Zum Abschluss legen die Trauernden ihre weissen Rosen im Andenken an die Opfer der Silvesternacht ab.
Bernmobil-Busse und -Trams bleiben 20 Sekunden lang stehen
14.53: In Bern hat das ÖV-Unternehmen Bernmobil seinen Betrieb um 14 Uhr für 20 Sekunden eingestellt.

Die Busse und Trams hielten an und betätigten den Warnblinker in Gedenken an die Opfer von Crans-Montana.
Jugendliche ergreifen das Wort
14.45: In Martigny haben drei Jugendliche das Wort ergriffen.
Die Bilder die sich geboten hätten, seien unerträglich und schlimmer als in einem Albtraum gewesen. Was an diesem Abend geschehen sei, werde man nie vergessen können.
Aber: «Dies können wir in Kraft verwandeln.» Die Jugendlichen fordern dazu auf, das Leben nun anzupacken und zu leben.

Zudem danken die Jugendlichen den Ersthelfenden und den Spitalmitarbeitenden des Wallis. Den verletzten Personen wünsche man weiterhin eine gute Genesung.
«Bleibt stark und lasst euch nicht unterkriegen. Wir können dem Leben keine Tage hinzufügen aber wir können den Tagen mehr Leben hinzufügen.»
Es gebe noch so viel zu tun, so viel aufzubauen, so die Jugendlichen. «Bleibt stark, bleibt aufrecht.»
Auch im Coop gedachte man den Opfern von Crans-Montana
14.42: Auch in einer Coop-Filiale im Berner Breitenrainquartier gedachte man um 14 Uhr den Opfern der Brand-Katastrophe von Crans-Montana.
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Über die Lautsprecher wurden die einkaufenden Menschen dazu aufgefordert, eine Minute lang in stillem Gedenken zu schweigen.
Parmelin ergreift das Wort
14.33: Bundespräsident Guy Parmelin betritt in Martigny die Bühne.
«Es bietet sich uns nun die Chance, zusammenzukommen und die Bürde gemeinsam zu tragen», so Parmelin in Martigny.
«Unser Land verneigt sich vor jenen, die nicht mehr unter uns sind», fährt der Bundespräsident fort.

Auch Parmelin bedankt sich für die Anteilnahme und Unterstützung aus der Schweiz und aus dem Ausland. Es sei ein Zeichen der Solidarität, dass das Ausland Patientinnen und Patienten aus der Schweiz aufgenommen habe.
Es sei jetzt unverzichtbar, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die Hoffnung liege nun auf der Zukunft.
Der heutige Tag sei ein Tag des Gedenkens und der Erinnerung. Es sei auch ein Tag, der die Behörden und den Gesetzgeber mahne, die richtigen Lehren aus der Tragödie zu ziehen.
«Schweigen reicht nicht, um uns aufzurichten», fährt Parmelin fort.
Reynard spricht
14.23: Staatsratspräsident Mathias Reynard hat das Wort ergriffen.
«Schweigen würde nicht ausreichen, deshalb sprechen wir», so Reynard in Martigny. Er spreche als Chef der Walliser Regierung, aber auch einfach als Mensch.
«Unsere Herzen und Gebete sind bei Ihnen», erklärt er in Richtung der Opfer und Opferangehörigen.

Die heutige Zeremonie sei auch ein Moment, um den Rettungskräften und Ersthelfenden zu danken. Man sei stolz auf sie, so Reynard.
Das Wallis danke allen Ländern, die dem Kanton seit der Silvesternacht zur Seite gestanden hätten. Man sei im Gedanken bei allen Opfern, unabhängig davon, welcher Nationalität sie angehörten.
«Alle Opfer sind Kinder des Wallis», erklärt Reynard in Martigny. Gemeinsam wolle man nun voranschreiten.
In Crans-Montana trauern Menschen vor Ort
14.17: Blumen, Kerzen, Beileidsbekundungen in gedämpfter Atmosphäre: Crans-Montana trägt am nationalen Trauertag schwer am Unglück des Neujahrstages mit 40 Todesopfern und 116 Verletzten.
Immer mehr Menschen, teils in Tränen, finden sich am Freitag vor dem Unglücksort ein.
Gegen Mittag der Platz vor dem Unglücksort der Brandkatastrophe am Neujahrstag mehr und mehr mit Menschen jeden Alters.
Sie umarmen sich, versuchen sich gegenseitig zu trösten, legen Blumen nieder tragen sich ins Kondolenzbuch ein, das im Iglu aufliegt. Etwa 20 Polizisten sichern das Gelände.
Nationale Schweigeminute beginnt
14.00 Uhr: Nun folgt die Nationale Schweigeminute für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana.

Zudem erinnert das Geläut der Kirchenglocken in der gesamten Schweiz an die 40 Toten und 116 Verletzten.
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Auch Opfer und Opferangehörige in Martigny anwesend
13.54: Nebst nationalen und internationalen Würdenträgern sind auch Opfer und Opferangehörige der Brand-Katastrophe in Martigny vor Ort.

Auch sie verfolgen die Trauerzeremonie im CERM.
Macron in Martigny eingetroffen
13.42: Ebenfalls in Martigny eingetroffen ist der französische Präsident Emmanuel Macron.

Er wird von Bundespräsident Guy Parmelin empfangen. Frankreich hat wegen der Brand-Katastrophe in der Silvesternacht Opfer zu beklagen.
Standing Ovations für die Rettungskräfte
13.35: In Crans-Montana sind die Rettungskräfte im Kongresszentrum «Le Régent» eingetroffen. Sie werden von den anwesenden Personen mit Standing Ovations empfangen.
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Nur Parmelin und Reynard werden Reden halten
13.27: Bundespräsident Guy Parmelin und der Präsident des Walliser Staatsrats Mathias Reynard werden bei der Gedenkfeier das Wort ergreifen.
Gemäss dem vom Kanton Wallis veröffentlichten Programm wird keine weitere politische Persönlichkeit bei dieser Feier das Wort ergreifen.

Weiter wird eine Botschaft an die Jugend von drei Jugendlichen vorgetragen, die in der Unglücksnacht vor Ort waren. Die Walliser Schauspielerin und Regisseurin Olivia Seigne wird ebenfalls zwei Texte vorlesen. Eröffnet wird die Zeremonie offiziell vom Journalisten Benoît Aymon.
Es sind mehrere musikalische Einlagen geplant. Die Zeremonie endet gegen 15 Uhr mit einer Parade weisser Rosen und einem Moment des Miteinanders.
Parmelin in Martigny eingetroffen
12.50: Bundespräsident Guy Parmelin ist in Martigny eingetroffen. Er wird dort an der nationalen Trauerzeremonie teilnehmen.

Italienischer Präsident besucht in Zürich Verletzte
12.35: Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella hat am Freitag in Zürich die Familien zweier junger Italiener in einem Spital besucht. Sie wurden bei der Katastrophe in Crans-Montana VS am Neujahrstag verletzt.

Der italienische Staatschef sprach mit den Ärzten des Spitals und sprach ihnen seinen Dank aus. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.
«Ich bin hierher gekommen, um Ihnen zu danken. Und den Eltern der Kinder die Anteilnahme und das Mitgefühl ganz Italiens zu übermitteln», sagte Mattarella zu den Ärzten.
So läuft der Trauertag für Crans-Montana ab
12.30: Um 13.45 Uhr beginnt in Martigny die offizielle Gedenkfeier für die Opfer der Brand-Katastrophe.
Diese wurde wegen des schlechten Wetters und des Schneefalls aus Sicherheitsgründen in das tiefer gelegene und besser angebundene Martigny verlegt.

Um 14 Uhr wird im ganzen Land eine Schweigeminute eingelegt, während die drei Landeskirchen die Glocken läuten.
Für die Gedenkzeremonie haben sich prominente politische Gäste angekündigt. So beispielsweise Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Präsident Sergio Mattarella. Beide Länder haben Todesopfer zu beklagen.
So drücken Schweizer Unternehmen ihre Anteilnahme aus
12.00: Schweizweit dürften sich viele Unternehmen und Institutionen in irgendeiner Form am Trauertag beteiligen.
So hat die SBB bereits mitgeteilt, dass sie die Fahnen an den Bahnhöfen auf Halbmast setzen wird.

Ab 6 Uhr morgens bis zum Glockengeläut um 14 Uhr informiert die SBB auf den Bildschirmen zum nationalen Trauertag. Um 14 Uhr werde dann die Hintergrundmusik an den Bahnhöfen ausgeschaltet.
Weiter geht Bernmobil. Das Berner ÖV-Unternehmen wird um 14 Uhr alle Trams und Busse für 20 Sekunden stillstehen lassen.

Auch andere Betriebe reagieren. Die Walliser Bäckerei Taillens schliesst am Trauertag alle ihre Standorte. Mehrere davon befinden sich in Crans-Montana.
Viele Klubs schliessen ihre Türen. So etwa das Xtra Musikcafé in Zürich.















