Weil sie sich weigerte, eine Busse zu bezahlen, musste Agatha Bordolin für vier Tage ins Gefängnis. Heute wird die 76-jährige Rentnerin aus der Haft entlassen.
Nach ihrer Entlassung spricht Nau.ch mit Knast-Grosi Agatha Bortolin. - Nau.ch/drona-air-media.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Die letzten vier Tage musste Agatha Bordolin (76) hinter Gitter verbringen.
  • Ihr wurde eine Haftstrafe aufgebrummt, weil sie sich weigerte, eine Busse zu bezahlen.
  • Heute wird die Thurgauerin aus dem Knast entlassen. Nau.ch ist in Frauenfeld vor Ort.

Agatha Bordolin aus Amriswil (TG) trat vor vier Tagen ihre Haftstrafe an. «Ich bin doch etwas nervös und aufgeregt», sagte sie am letzten Donnerstag vor dem Kantonalgefängnis Frauenfeld gegenüber Nau.ch.

Das Grosi aus Amriswil TG zieht in den Knast ein. - Nau.ch / drone-air-media.ch

Grund für ihre Inhaftierung war eine ausstehende Busse. Bordolin hatte gemäss den Behörden vor einiger Zeit eine Mauer mit ihrem Auto umgefahren. Danach sei sie mit ihrem Fahrzeug geflüchtet.

Die 76-Jährige beteuerte ihre Unschuld – und weigerte sich zu zahlen. «Es ist nicht möglich, dass ich das war», sagte sie zum Vorfall.

Busse oder Knast – wofür hätten Sie sich entschieden?

Am Montag konnte Agatha Bordolin das Gefängnis nach vier Tagen wieder verlassen. Nau.ch hat vor Ort mit der Thurgauerin über ihre Zeit hinter Gitter gesprochen.

Knast-Grosi: «Es war wie ein Traum»

Alles in allem zieht sie eine gute Bilanz: «Es ist so, als wäre ich aus einem Traum erwacht. Die Angestellten waren sehr distanziert, aber freundlich.» Jeden Tag durfte sie eine halbe Stunde frische Luft schnappen – gereicht habe das aber nicht.

Knast-Grosi
Hat die Haft überlebt: Das Knast-Grosi ist wieder auf freiem Fuss. - Nau.ch / Drone-Air-Media.ch

«Es ist eine andere Welt, man ist abgeschnitten von der Aussenwelt.» Nochmal gehen würde sie aber nicht. «Die ganze Sache ist noch nicht zu Ende, ins Gefängnis gehen würde ich aber nicht nochmal.» Nun müsse sie sich aber Gedanken «über das ganze System machen».

Trotz der merkwürdigen Erfahrung, hat sich Bordolin aber beim Gefängnispersonal bedankt «Ich habe einen grossen Zettel mit einem ‹Dankeschön› hinterlassen». Zuhause freue sie sich am meisten auf ihre Dusche, ihre Katzen und «die Freiheit».

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