Superkolonie Ameisen bedrohen Haus und Garten
In Kreuzlingen startet Ende März die Bekämpfung der invasiven Tapinoma-magnum-Ameisen, die in Superkolonien Haus und Garten massiv beeinträchtigen.

Wie die Stadt Kreuzlingen informiert, haben sie und die Neobiota-Fachstelle des Kanton Thurgau am 17. März 2026 gemeinsam die betroffenen Liegenschaftsbesitzenden und Anwohnenden über die aktuelle Situation und die geplanten Massnahmen informiert.
Durch Meldungen aus der Bevölkerung wurden die städtischen und kantonalen Verantwortlichen letzten Sommer auf ein hohes Aufkommen an Ameisen aufmerksam gemacht, das als «kaum bekämpfbar und mit rasant ansteigender Anzahl» beschrieben wurde. Die darauffolgenden Analysen bestätigten den Verdacht: Die invasive Ameise Tapinoma magnum hat in Kreuzlingen eine Superkolonie etabliert.
Gezielte Bekämpfung der Superkolonie geplant
In enger Zusammenarbeit haben die Stadt Kreuzlingen und das Amt für Umwelt das Ausmass der Superkolonie durch einen Ameisenexperten ermitteln lassen. Da sich die Ameisen bei kühleren Temperaturen tiefer in den Boden zurückziehen, wurden die notwendigen Massnahmen aufgegleist, sodass im Frühling mit der Bekämpfung begonnen werden kann.
Alle bestehenden Nester samt ihrer Königinnen müssen eliminiert werden, damit die Superkolonie am bestehenden Standort getilgt und an einer Verschleppung an weitere Orte gehindert werden kann. Die geschätzten Kosten für die geplante Bekämpfung belaufen sich für 2026 auf rund 200.000 Franken.
«Bisher haben wir im Thurgau noch kaum Erfahrung mit der Bekämpfung der Tapinoma magnum. Deshalb begleiten wir diesen Fall eng mit, sodass wir bei allfälligen zukünftigen Fällen von diesem Wissen profitieren können», meint Martin Eugster, Leiter des Amts für Umwelt.
Gezieltes Vorgehen gegen die Ameisen
Die Bekämpfung wird durch eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma durchgeführt und soll Ende März 2026 starten. Dabei werden die Nester mit Heisswasser und in Kombination mit Bekämpfungsmitteln behandelt.
Diese Behandlung wird regelmässig wiederholt. Parallel dazu wird periodisch überprüft, wie sich der Befall entwickelt und ob Anpassungen in der Bekämpfungsstrategie notwendig sind.
«Bei einem Befall dieser Grösse ist eine schnelle, systematische und gemeinschaftliche Bekämpfung auf der gesamten betroffenen Fläche unerlässlich. Nur so besteht die realistische Chance, den Bestand zu tilgen», erklärt Andreas Signer, von der Bauverwaltung Kreuzlingen.
Kleine Ameise, grosse Wirkung
Die Tapinoma magnum (Grosse Drüsenameise) stammt ursprünglich aus dem südlichen Mittelmeerraum. Mit zwei bis fünf Millimetern Körperlänge ist sie kleiner als viele einheimische Ameisenarten. Eine eindeutige Bestimmung kann meist nur durch Fachpersonal vorgenommen werden.
Typisch ist jedoch ihre einheitliche schwarze Färbung sowie die sehr gut er-sichtlichen Grössenunterschiede zwischen den einzelnen Tieren innerhalb derselben Kolonie. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist zudem ihr sehr typischer Geruch, der beim Zerdrücken der Ameise an Buttersäure erinnert.
Invasion mit Folgen für Häuser und Garten
Die Verschleppung erfolgt häufig über Topf- und Gartenpflanzen sowie über den Transport von Erdmaterial, Bau- und Gartenabfällen. Im Gegensatz zu einheimischen Ameisenarten bilden sie sogenannte Superkolonien (mehrere kooperierende Nester) mit vielen Millionen Individuen.
Ihr massenhaftes Auftreten führt zu erheblichen Belästigungen ausserhalb sowie innerhalb von Gebäuden, in welche sie aufgrund ihrer Grösse problemlos eindringen. In stark befallenen Gebieten ist ein Aufenthalt im Freien teilweise kaum noch möglich, da sich diese Ameisen mitunter durch ihr aggressives Verhalten auszeichnen.
Die Unterhöhlung des Bodens kann zudem die Stabilität des Untergrunds beeinträchtigen und die Sicherheit gefährden. Tapinoma können Schäden an Fassaden, Isolationen und elektrischen Anlagen verursa-chen und gelten als Hygieneschädlinge.










