Der ehemalige Salon du livre romand findet vom 1. bis 3. Oktober erstmals als dreisprachiges Festival unter dem Namen Textures - Literarische Begegnungen statt. Das vollständige Programm wurde am Mittwoch an einer Pressekonferenz in Freiburg vorgestellt.
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Bücher auf einem Stapel. (Symbolbild) - unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Fünfzig interdisziplinäre Veranstaltungen statt der üblichen zehn auf der Buchmesse, zeigen «den Willen, die Veranstaltung zu einem Festival zu machen, bei dem der Plural des Namens auf die Vielfalt der vertretenen Programmpunkte hinweist», so Matthieu Corpataux, Direktor von Textures.

Das Projekt sei ehrgeiziger als sein Vorgänger und werde wegen der renovationsbedingten Schliessung der kantonalen Universitätsbibliothek an mehreren Orten in der Stadt Freiburg stattfinden. Lesungen, Bühnenperformances, Diskussionen, literarische Ausstellungen und Ateliers stehen auf dem Programm, 11 Lokale werden das Festival beherbergen - darunter das Théâtre Equilibre und das Arsen'Alt. Der beliebte Büchermarkt, an dem rund vierzig französischsprachige Verlage teilnehmen, wird in der Forteresse du Belluard stattfinden.

Das Budget des Festivals beläuft sich auf 150'000 Franken und ist somit dreimal so hoch wie bei der Buchmesse. Die Organisatoren betonten, dass die anwesenden Künstlerinnen und Künstler angemessen entschädigt würden. Textures wird von mehreren Schweizer Kulturvereinen unterstützt, unter anderem von der Stiftung Pro Helvetia.

Trotz der starken französischsprachigen Präsenz soll das Festival dreisprachig sein, mit Veranstaltungen auf Italienisch am Freitag und Diskussionen auf Deutsch am Samstag.

Mit Arno Camenisch und Alex Capus sind ausserdem zwei der führenden Schriftsteller der deutschsprachigen Literatur vertreten.

Die italienische Schweiz wird durch Yari Bernasconi und Andrea Fazioli vertreten, die ihr gemeinsam verfasstes Buch «A Zurigo, sulla luna. Dodici mesi in Paradeplatz» vorstellen. Ausserdem wird der Schriftsteller und Übersetzer Pierre Lepori, eine Schlüsselfigur der schweizerisch-italienischen Literatur, «Riflessioni sul nero», ein Interview im Dunkeln mit der italienischen Philosophin Francesca Rigotti, präsentieren.

Was die französische Literatur betrifft, so wird Frédéric Pajak in der Galerie St-Hilaire eine Zeichnungs-Ausstellung präsentieren und sein neues Buch «J'irai dans les sentiers» vorstellen, das im Oktober erscheinen wird. Die junge Schriftstellerin Elisa Shua Dusapin ist eine weitere Vertreterin der Westschweiz und wird an verschiedenen Treffen und Lesungen teilnehmen.

Neben den Lesungen wird am Textures auch über Übersetzungen und Literaturkritik diskutiert. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Freiburger Zeitung La Liberté wird etwa die Zukunft der Literaturkritik erörtert. Einen Blick nach vorne signalisieren auch Diskussionen mit Youtubern. Zudem gibt es einen Bereich, der der Illustration und dem Live-Zeichnen mit Simone Baumann und Vamille gewidmet ist.

Zum Abschluss der Veranstaltung empfängt Textures am Sonntag die Schiller-Stiftung, die drei Persönlichkeiten, die die Dreisprachigkeit repräsentieren, mit den Terra-Nova-Preisen 2021 auszeichnet.

Die Tickets sind ab Mittwoch auf der Textures-Website erhältlich. Für die Teilnahme ist ein Covid-Zertifikat erforderlich.

https://www.textures.ch/

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