Mehrere Uhren-Marken haben sich im Kanton Tessin niedergelassen. Die Uhrenindustrie im Südkanton sieht dem kommenden Jahr optimistisch entgegen.
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Ein Uhrmacher bei der Arbeit. (Archiv) - sda - KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Tessiner Uhrenindustrie ist im Hinblick auf 2022 optimistisch.
  • Die Unternehmen haben von der Lockerung der Corona-Einschränkungen profitiert.
  • Zudem hilft, dass sich neue Marken im Kanton niedergelassen haben.

Die Tessiner Uhrenfirmen, die vor allem als Zulieferer der Branche tätig sind, zeigen sich optimistisch für das kommende Jahr 2022. Begrüsst wird die Ansiedelung von mehreren neuen Marken im Südkanton.

«Die Aussichten sind in allen Segmenten mit Ausnahme des Einstiegssegments sehr gut», sagte Oliviero Pesenti, der scheidende Präsident des Tessiner Uhrenindustrieverbands (Atio), am Donnerstag der Zeitung Corriere del Ticino (CdT).

Im zu Ende gehenden Jahr haben die Unternehmen von der Lockerung der Corona-Einschränkungen profitiert, insbesondere im oberen Preissegment von Uhren mit einem Verkaufspreis von über 3000 Franken.

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Der Zeiger einer Uhr steht auf zwei Uhr. (Symbolbild) - dpa-infocom GmbH

Die Auftragseingänge im Tessin seien 2021 höher ausgefallen als 2020, sagte der Verbandspräsident. Wegen der Lieferkettenprobleme vor allem beim Edelstahl würden sich die Unternehmen bemühen, ihre Lagerbestände zu erhöhen, um die Lieferungen im Jahr 2022 einhalten zu können.

Die Aufwertung des Frankens sei keine gute Nachricht für die Branche, die 90 Prozent ihrer Produktion exportiere. «Das macht uns weniger wettbewerbsfähig in einer Zeit, in der andere Länder wie China ihre eigenen Produkte pushen», warnte Pesenti.

Arbeitsplatz-Verlust konnte gemildert werden

In Bezug auf die Ansiedlung historischer Marken wie Lonville oder Cuervo y Sobrinos im Tessin mitten in der Pandemie erklärte Pesenti, dass das Tessin alle Elemente habe, um zu einem «Markenpool» zu werden. Laut dem Verbandspräsidenten werden sich weitere Branchenvertreter «in den nächsten Monaten» im Tessin niederlassen.

Die Coronahilfsgelder des Bundes hätten den Verlust von Arbeitsplätzen gemildert, auch wenn über 200 von insgesamt 3900 Stellen in den vergangenen zwölf Monaten abgebaut worden seien. Die Streichungen beträfen vor allem Frauen, da es sich hauptsächlich um Arbeitsplätze in der Montage gehandelt habe, sagte Pesenti.

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