Nach einer Polizeiaffäre gab es rund um die Genfer Polizei wilde Gerüchte. Demnach sollen sie eng mit dem Sexmilieu verbunden gewesen sein.
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Die Betreiberin eines Erotik-Salons hatte im Frühling 2020, während des Lockdown, entgegen der Covid-19-Verordnung den Salon nicht vollständig geschlossen gehalten. - Getty

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Jahr 2019 flog eine Genfer Polizeiaffäre auf.
  • Es herrschte eine inakzeptable Nähe zwischen Polizisten und dem Sexmilieu.
  • Unter anderem wurden den Prostituierten Geldumschläge zugesteckt.

Die Genfer Polizeiaffäre war 2019 aufgrund der Festnahme eines an Prostitution und Immobiliengeschäften beteiligten Mannes aufgeflogen. Auf dem Höhepunkt gab es die wildesten Gerüchte und happige Vorwürfe gegenüber der Genfer Polizei.

Die Korruptionsvorwürfe gegen die Genfer Kantonspolizei haben sich nicht bestätigt. Laut Staatsanwalt Olivier Jornod herrschte allerdings eine ungesunde und inakzeptable Nähe zwischen Polizisten und dem Sexmilieu.

Gratissex als Gegenleistung für erlassene Bussen

So sollen Beamte als Gegenleistung für erlassene Bussen von Prostituierten Gratissex bekommen. Zudem wurden ihnen Geldumschläge zugesteckt und sie haben an einschlägigen Partys teilgenommen.

Die Genfer Justiz eröffnete daraufhin eine Untersuchung und ermittelte gegen insgesamt 34 Polizeibeamte. Am Freitag wurde der Abschlussbericht veröffentlicht.

Laut Staatsanwalt Olivier Jornod ist bei der Untersuchung nur wenig strafrechtlich Relevantes zum Vorschein gekommen. Korruption in diesem Sinne gab es nicht. Dennoch wurden fünf Strafbefehle erlassen, namentlich wegen Amtsgeheimnisverletzung.

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Gegen die Genfer Polizei wurden fünf Strafbefehle wegen Amtsgeheimnisverletzung erlassen. - Keystone

29 «problematische» Dossiers leitete Jornod an die Genfer Polizeichefin Monica Bonfanti weiter. Dabei handelt es sich um Fälle, in denen sich Polizisten zwar nicht strafbar gemacht haben. Dennoch haben sie sich nicht vorbildlich bis grenzwertig verhalten.

Polizisten hätten mit dem Betreiber eines Erotiksalons Informationen ausgetauscht und zum Teil vertrauliche Informationen weitergegeben. Zu diesem Zweck sollen sich die Beamten und der Salonbetreiber regelmässig zum Essen in Restaurants getroffen haben.

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