Strafanzeige gegen Morettis Stiefsohn Jean-Marc Gabrielli
Jacques Morettis Stiefsohn, Jean-Marc Gabrielli, soll mitverantwortlich sein, dass eine Servicetür in der Unglücksnacht geschlossen war. Nun wurde er angezeigt.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei der Brandkatastrophe in der Neujahrsnacht in Crans-Montana gab es nur einen Fluchtweg.
- Eine Servicetür soll unter anderem wegen Jean-Marc Gabrielli geschlossen gewesen sein.
- Gegen den Stiefsohn des Barbetreibers wurde deshalb Strafanzeige eingereicht.
Hat Jean-Marc Gabrielli, der Stiefsohn von Jacques Moretti, in der Neujahrsnacht in der Katastrophen-Bar gearbeitet? Diese Frage versucht die Walliser Staatsanwaltschaft aktuell zu beantworten.
Die Ermittlungen zur Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation», die 41 Todesopfer und über 100 Verletzte forderte, dauern an.
Wie der «Tagesanzeiger» berichtet, hat der Vater des jüngsten Todesopfers nun Strafanzeige gegen den Stiefsohn von Barbetreiber Jacques Moretti eingereicht. Ausschlaggebend für die Anzeige ist eine Servicetür im hinteren Bereich der Bar.
Betreffend dieser Servicetür unterscheiden sich Aussagen des Barbetreibers Moretti und einem Sicherheitsmann, der in der Unglücksnacht in der Bar arbeitete.
Angestellter habe die Tür verschlossen
Moretti behauptet, ein Angestellter seines anderen Lokals, dem «Vieux Chalet», habe Eiswürfel in die Bar gebracht und die Tür verriegelt. «Ohne dass man versteht, warum», so Moretti. Der Mann sei am Morgen nach dem Brand abgereist.
Gemäss der Strafanzeige gegen Morettis Stiefsohn Jean Marc-Gabrielli war die Tür jedoch aus einem anderen Grund geschlossen. Sicherheitsmann Predrag J. meint, die zusätzlichen Ausgänge der Bar seien verriegelt worden, um zu verhindern, dass jemand, ohne zu bezahlen, rauskönne.
Moretti-Stiefsohn laut Sicherheitsmann mitverantwortlich
Laut Predrag J. war dies ein Entschluss von Jessica Moretti, Jean-Marc Gabrielli und seiner Freundin, der Barmitarbeiterin Cyane Panine. «Jean-Marc Gabrielli arbeitete ebenfalls im Constellation an diesem Abend», so der Sicherheitsmann bei der Kantonspolizei.
Gabrielli selbst bestritt dies, so die Zeitung. Er sei nur dort gewesen, da er seiner Freundin Cyane, die dort arbeitete, ein «gutes neues Jahr wünschen» wollte.
Videoaufnahmen bestärken den Vorwurf
Videoaufnahmen, die von der Kantonspolizei ausgewertet wurden, scheinen jedoch die Aussagen des Sicherheitsmannes zu belegen. Das Protokoll, das dem «Tagesanzeiger» vorliegt, zeigt, dass Gabrielli gemeinsam mit Predrag J. und Cyane Panine Zutrittskontrollen durchführte.
Der Entscheid, wer nun recht hat und ob ein Strafverfahren gegen Jean-Marc Gabrielli eröffnet wird, liegt bei der Walliser Staatsanwaltschaft. Nach wie vor gilt Gabrielli deshalb nicht als Beschuldigter, sondern als Zeuge, bzw. Auskunftsperson.
















