In Bern kommt nächstes Jahr beim grossen Fussgängerstreifen am Bahnhofplatz eine «Countdown-Ampel» zum Einsatz. Der Grund dafür sind Sicherheitsüberlegungen.
Countdown-Ampel
Blick vom Bahnhof Bern. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Innerhalb eines Pilotversuchs wird in Bern eine Zähler-Ampel für Fussgänger installiert.
  • Verläuft das Experiment erfolgreich, könnten weitere solche Signalgeber folgen.
  • Andere Länder setzen schon länger auf «Countdown-Ampeln».

Die Stadt Bern testet im nächsten Jahr die «Countdown-Ampel» für Fussgänger. Dabei zeigt eine Ampel beim grossen Fussgängerstreifen am Bahnhofplatz den wartenden Fussgängerinnen und Fussgängern, wie lange es noch dauert, bis sie von Rot auf Grün wechselt.

Die Berner Stadtregierung genehmigte für den Pilotversuch einen Kredit von 156'000 Franken, wie der Informationsdienst der Stadt am Donnerstag mitteilte. Sie will 2021 mit dem Versuch starten. Im Gespräch war ein solcher bereits im letzten Jahr.

Countdown Ampel
Eine Ampel mit Countdown. (Symbolbild) - Pixabay / Hans Hansen

Die Stadt begründet die Massnahme mit Sicherheitsüberlegungen. Wenn Leute in Eile seien, könnten die Rotphasen an der Ampel als sehr lange empfunden werden und zu einem Überqueren bei Rot verleiten, hiess es. Die «Countdown-Ampel» sei ein gutes Mittel, in solchen Situationen Klarheit zu schaffen.

Zähl-Ampeln an weiteren Orten möglich

Während des Versuchsbetriebs im Verlauf des nächsten Jahres sollen den Angaben zufolge Beobachtungen zum Verkehrsverhalten durchführt werden. Verläuft der Versuch erfolgreich, sollen die Zähl-Ampeln danach auch bei anderen Lichtsignalanlagen zum Einsatz kommen.

«Countdown-Ampeln» für Fussgänger gibt es bereits in mehreren Ländern, darunter Deutschland, Dänemark, USA und Staaten in Asien. Eine Untersuchung in Hamburg (D) kam zum Schluss, dass über zwanzig Prozent bis zu einem Drittel weniger Fussgänger bei Rotlicht über die Strasse gingen.

Oft unregelmässig lange Rotphasen

In der Schweiz hatte es 2015 einen Vorstoss auf Bundesebene für «Countdown-Ampeln» landesweit gegeben. Die Forderung der Berner SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen wurde vom Bundesrat abgewiesen. Die Landesregierung begründete ihre Haltung unter anderem damit, dass sich Rot- und Grünphasen von Ampeln oft nach dem Verkehrsaufkommen sowie dem öffentlichen Nahverkehr richten und somit die Rotphasen unterschiedlich lang sein würden.

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