Staatsanwaltschaft lädt Bertrand Piccard nach Firmenkonkurs vor
Der Waadtländer Entdecker Bertrand Piccard wird Anfang Oktober von der Genfer Staatsanwaltschaft im Fall des Konkurses des Basler Unternehmens Prime Energy Cleantech angehört. Er ist als Auskunftsperson und nicht als Beschuldigter vorgeladen.

Die Anhörung ist für den 8. Oktober vor zwei Staatsanwälten angesetzt, wie in der Verfügung steht, welche die Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstag einsehen konnte. Damit wird eine Information der «Tribune de Genève» bestätigt.
Der Status als Auskunftsperson unterscheidet sich von dem eines Zeugen. Er wird genutzt, wenn jemand bei einem Vorfall beteiligt war und deshalb das Recht haben soll, sich nicht selbst zu belasten. Er wird auch dann verwendet, wenn es noch nicht genug Hinweise gibt, um die Person als beschuldigt einzustufen.
Prime Energy Cleantech wurde im November 2024 für Konkurs erklärt. Hunderte Westschweizer investierten in das Unternehmen, das in Europa im Bereich von Photovoltaikanlagen tätig war, und befürchten nun, ihr Geld nicht zurückerhalten zu können. In drei Kantonen wurden Strafanzeigen eingereicht.
Piccard war Markenbotschafter des Unternehmens, dessen Aktionär und Investor er ebenfalls war. Vor der Gläubigerversammlung hatte er «wiederholt, wie alle anderen, getäuscht worden zu sein».
«Er hat Prime Energy bedingungslos unterstützt und wurde dafür auch noch fürstlich bezahlt», sagten die Anwälte von rund dreissig Investoren zu Keystone-SDA. Das Foto dieser «charismatischen Persönlichkeit» habe auf Broschüren «mit einprägsamen Slogans» geprangt, sagten sie. «Für die Mehrheit der Geschädigten war die Bürgschaft von Bertrand Piccard ausschlaggebend für ihre Entscheidung, zu investieren», so die Anwälte.










