Domleschg GR: Gemeinde braucht bald Wasser per Lastwagen
In Domleschg GR versiegen die Quellen: Das Wasser reicht in zwei Ortsteilen nur noch bis Ende Oktober beziehungsweise November.

Das Wichtigste in Kürze
- In zwei Ortsteilen von Domleschg GR versiegen wegen der Trockenheit die Quellen.
- Das Wasser reicht in Feldis noch bis Ende Oktober, in Scheid bis Ende November.
- Die Gemeinde überbrückt mit Tanks und Lastwagen bis zur Quellsanierung im Frühling.
Die Gemeinde Domleschg GR steht vor einem akuten Versorgungsproblem. Die Quelle, die ihre Ortsteile Feldis und Scheid speist, liefert seit Mitte Juni immer weniger Wasser. Ende August erreichte sie gar einen neuen Tiefstand. Das Reservoir ist laut einem Bericht von «Schweiz aktuell» praktisch leer.
Konkret: In Feldis reicht das Wasser nach den Berechnungen der Gemeinde noch rund zwei Wochen, in Scheid bis Ende November. Aus den Brunnen in beiden Dörfern fliesst schon seit fünf Wochen kein Wasser mehr.
Gemeindepräsident Pius Giger (FDP) hat mit einem so schnellen Rückgang nicht gerechnet. Im September habe man die Entwicklung beobachtet, im Oktober die aktuellen Zahlen analysiert. Daraus habe die Gemeinde die Prognosen «ableiten müssen».
Trinkwasser soll mit Lastwagen angeliefert werden
Die Gemeinde greift nun zu einer Notlösung. Bei den Reservoirs werden Tanks mit je 25'000 Litern aufgestellt. Reicht auch das nicht, wird Trinkwasser mit dem Lastwagen aus dem Tal angeliefert.
Diese Lösung soll die Versorgung bis im Frühling sicherstellen. Dann steht die Sanierung der Quellfassung an. Die Notlösung muss auch in den Weihnachtsferien tragen, wenn vier Mal mehr Personen als sonst in den Dörfern sind.

Giger sagt gegenüber «Schweiz aktuell»: «Kurzfristig reicht die Massnahme, die wir miteinander besprochen haben – langfristig müssen wir neu denken – auch in der Schweiz.»
Einwohnerin von Domleschg: «Schon ein wenig erschrocken»
Domleschg informierte die rund 150 Einwohnerinnen und Einwohner am Montagabend. Die Sorge im Dorf ist gross. Brigitta Boldini aus Feldis sagt: «Am letzten Freitag war ein Zettel im Briefkasten und da bin ich schon ein wenig erschocken. Da war ganz klar angegeben, wie viel – in Zahlen ausgedruckt – es herab gegangen ist.»
Besonders betroffen ist das Gastgewerbe. Hoteliére Karin Huber aus Feldis sagt: «Unser Hotel ist abhängig vom Wasser – in der Küche, die Hotelzimmer. Am Gast kann ich nicht einfach sagen er dürfe nicht mehr duschen gehen.»
Nach der Info-Veranstaltung sei sie etwas beruhigt, sagt sie. Man schaffe es, «wenn alle ein bisschen zusammenarbeiten und zusammenhalten».
«Wasserversorgungen stärker vernetzen»
Domleschg ist kein Einzelfall. Die Trockenheit hat die Trinkwasserversorgung in diesem Jahr vielerorts an ihre Grenzen gebracht. Das sagt Christos Bräunle, Mediensprecher des Fachverbands für Wasser, Gas und Wärme. Versiegte Quellen und Notversorgungen seien keine Einzelfälle mehr, hält der Experte fest.
Bräunle rechnet damit, dass Tankwagen-Einsätze häufiger nötig werden. Darum sei es wichtig, bestehende Wasserfassungen zu erhalten. Zudem sollten sich die Wasserversorgungen stärker vernetzen und sich gegenseitig aushelfen können.















