SRF-Chefredaktor Tristan Brenn gibt seinen Posten ab
Der amtierende SRF-Chefredaktor wird sich nach zwölf Jahren nicht erneut auf die Stelle bewerben. Tristan Brenn gibt seinen Posten ab.

Das Wichtigste in Kürze
- SRF-Chefredaktor Tristan Brenn gibt seinen Posten ab.
- Er habe sich nicht auf die neu ausgeschriebene Stelle beworben, erklärt er.
- Ob Brenn bei SRF bleibt, ist noch offen.
Tristan Brenn gibt seinen Posten als Chefredaktor bei SRF ab.
Die Stelle sei bereits im März neu ausgeschrieben worden, schreibt Brenn auf LinkedIn. Nach zwölf Jahren bei SRF habe er sich entschieden, sich nicht noch einmal für den Job zu bewerben.
«Eine Entscheidung aus voller Überzeugung – die mir dennoch nicht leichtfiel», schreibt Brenn.
«Von Krisen und Desinformation geprägte Zeit»
Seit seinem Start 2014 hätten sich die Medien «so rasant verändert wie in kaum einer anderen Phase zuvor». Führung sei Teamarbeit, das sei eine seiner wichtigsten Erkenntnisse.
«Gleichzeitig war es eine von Krisen und Desinformation geprägte Zeit, die mich auch persönlich gefordert hat», schreibt Brenn weiter.
«Im Zentrum meiner Arbeit stand die Frage, wie wir in einer immer stärker polarisierten Welt Vielfalt abbilden – ohne diffamierenden und faktenfreien Positionen Raum zu geben.»
Jetzt sei für ihn der richtige Moment für einen Wechsel. Ob Brenn weiterhin bei SRF bleiben wird, lässt er offen. Das werde sich bald weisen.
Brenn und die Fischer-Affäre
Aufsehen erregte Brenn auch nach der Veröffentlichung der Fischer-Affäre.
SRF-Journalist Pascal Schmitz hatte publik gemacht, dass der frühere Nati-Trainer der Eishockey-Mannschaft, Patrick Fischer, mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spielen in Peking gereist war.
Brenn äusserte sich lange nicht zu dieser Veröffentlichung. Sein Schweigen erklärte er anschliessend mit einem «seit langem geplanten Sabbatical».
Zu Schmitz' Auftritt in der Sendung «10vor10», der den Fall ins Rollen gebracht hatte, sagte Brenn: «Dieser war inhaltlich und publizistisch richtig, machte unseren Reporter aber zur Zielscheibe.»










