Die «Ehe für alle» war am Freitag in der SRF-Arena das heiss diskutierte Thema. Ex-SVP-Nationalrat Oskar Freysinger genoss die Provokation und die Showbühne.
Oskar Freysinger.
Oskar Freysinger (SVP) und TV-Legende Kurt Aeschbacher in der SRF-Arena zur «Ehe für alle». - Screenshot SRF
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Das Wichtigste in Kürze

  • In der «Arena» wurde am Freitag über die gleichgeschlechtliche Elternschaft diskutiert.
  • Zentrale Frage unter den Teilnehmern: Was braucht es für das Kindswohl?
  • Die Zusammensetzung der Gesprächsteilnehmer hatte vor der Sendung für Ärger gesorgt.

Das heiss diskutierte Thema am Freitagabend in der SRF-«Arena» bei Sandro Brotz: Die gleichgeschlechtliche Elternschaft und die «Ehe für alle».

Bereits im Vorfeld hatte die Sendung bei den queeren Dachverbänden wie «Pink Cross» für Ärger gesorgt, weil sie zusammen mit anderen Homosexuellen wie TV-Legende Kurt Aeschbacher nur in der zweiten Reihe, der sogenannten «Loge», sitzen durften.

«Es braucht Mann und Frau»

In der ersten Reihe diskutierte SVP-Mann Oskar Freysinger. Er genoss es sichtlich, wieder zurück auf der Polit-Bühne zu sein.

Die Arena zur «Ehe für alle». - Screenshot SRF

Der Gegner der «Ehe für alle» und der Erweiterung der Rassismus-Strafnorm argumentierte, dass die Konstellation zwischen Mann und Frau von der Natur gegeben sei. «Wenn es keine Männer und Frauen mehr gibt, die miteinander schlafen, gibt es auch keine Schwulen mehr.»

Er wiederholte gebetsmühlenartig, dass ein Kind eine männliche und eine weibliche Identifikationsfigur brauche.

Ins gleiche Horn blies die Zürcher SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer. Mit ihrer Aussage, sie fühle sich als heterosexuelle Familienfrau als Randgruppe, sorgte sie für Empörung.

Freysinger und Schläpfer pochten immer wieder auf das Kindeswohl, für das Mann und Frau zentral seien. GLP-Nationalrat Martin Bäumle und TV-Legende Kurt Aeschbacher boten Konter: «Ich würde lieber bei zwei Lesben aufwachsen als in einer zerrütteten Ehe», so Bäumle.

Er fände diese Diskussionen lächerlich, denn ein Kind brauche nicht per se einen Vater und eine Mutter, betonte auch der homosexuelle Kurt Aeschbacher. «Ein Kind braucht Liebe und Anerkennung. Wenn man behauptet, das kann es in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung nicht geben, dann hat man eine verzwobelte Weltsicht.»

SRF-Arena.
Kurt Aeschbacher (l.) und Moderator Sandro Brotz am Freitagabend in der «Arena». - Screenshot SRF

In der Schweiz gibt es 30'000 Kinder in Regenbogenfamilien, wie FDP-Vize Anne-Sophie Morand aufzeigte. Diese müssten endlich dieselben Rechte erhalten, forderte die 31-Jährige, die selber homosexuell ist.

Sie setzte sich auch klar für die Adoption und die Samenspende homosexueller Paare ein. «Samenspende und Adoption als Einzelperson geht, aber in homosexuellen Partnerschaften nicht, das ist doch völlig unlogisch», so Morand.

«Werden jede Woche verprügelt»

Eindrücklich schilderte Pink-Cross-Vorstandsmitglied Florian Vock, was er und seine homosexuellen Kollegen immer wieder im Ausgang erleben müssten. «Wir wissen, dass wir jede Woche auf den Strassen zusammengeschlagen werden. Wir haben Angst, wenn wir in den Ausgang gehen. Das ist die Realität in diesem Land und das muss aufhören», forderte er.

Florian Vock von Pink Cross argumentierte sachlich. - Screenshot SRF

Vock hofft deshalb auf ein Ja zur Abstimmung vom 9. Februar 2020 über den «Schutz vor Hass». Mit dieser Erweiterung der Rassismus-Strafnorm wären unter anderem Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung in Zukunft strafbar.

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