«Sitzen verboten!» Badi warnt vor Unfällen mit Schwimm-Trennleine
Es bleibt heiss – und die Badis bleiben gut besucht. Immer wieder kommt es zu Badeunfällen. Was viele nicht wissen: Auch die Schwimm-Trennleine birgt Gefahren.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Badi warnt Gäste vor Unfällen mit den Schwimm-Trennleinen im Wasser.
- Der Hauptgrund: Viele Kinder und Jugendliche sassen oder standen darauf.
- Die Badi befürchtet, dass die Leine reissen und jemanden mit Wucht treffen könnte.
Temperaturen um die 38 Grad locken derzeit zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer in die Badi. Doch die Erfrischung im kühlen Nass birgt bekanntlich auch einige Gefahren.
Was viele nicht wissen dürften: Auch die blau-weisse Leine, die in vielen Badis Bereiche abtrennt, kann zum Risiko werden.
Eine Badi nahe der Stadt Bern, das Giessenbad in Belp BE, warnt darum explizit mit einem Schild: «Achtung! Wegen akuter Reiss- und Verletzungsgefahr ist das Sitzen und Stehen auf den Schwimmleinen verboten!»
Leine könnte reissen und zurückschnellen
Auf den ersten Blick sehen die Leinen harmlos aus – was macht sie gefährlich?
Bei Nau.ch erklärt Bruno Krebs vom Giessenbad, warum die Badi das Warnschild aufgestellt hat: «Die Leinen trennen den Schwimmbereich vom Plauschbereich ab. Im Plauschbereich halten sich viele Kinder und Jugendliche auf. Wir stellten fest, dass immer mehr von ihnen auf die Leinen standen oder sassen.»

Das Problem: Wenn gleich mehrere Personen auf die Leine sitzen, baut sich eine grosse Spannung auf.
«Dann kann das Seil reissen und zurückschnellen», sagt Krebs. «Die Gefahr besteht, dass die Leine dabei jemanden mit Wucht treffen könnte.»
Die Leinen seien in gutem Zustand – sitzen aber gleich mehrere Personen darauf, ist die Spannung irgendwann zu gross.
Schürf- und Schnittwunden drohen
Einen solchen Unfall hat es in der Badi bisher nicht gegeben – wohl auch dank dem Warnhinweis. Er wurde vor rund vier Jahren angebracht. «Das Schild hat definitiv die gewünschte Wirkung», sagt Krebs. Das Personal müsse selten intervenieren.
«Klar – ab und zu müssen wir darauf hinweisen. Aber Besucher, die regelmässig in der Badi sind, kennen die Regel.»
Wie häufig es in Schweizer Badis zu Verletzungen im Zusammenhang mit Schwimm-Trennleinen kommt, ist laut der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG unbekannt. Schwere Unfälle dürften allerdings selten sein.
«Bezüglich Ertrinkungsgeschehen ist mir kein Fall bekannt, bei dem diese Leinen involviert waren», sagt SLRG-Sprecher Christoph Merki zu Nau.ch.
Er berichtet jedoch von weiteren möglichen Risiken, die beim Stehen oder Sitzen auf den Leinen drohen: «Es ist durchaus denkbar, dass dabei kleinere Verletzungen entstehen können. Wer auf eine Leine klettert oder darauf balanciert, kann abrutschen und sich dabei Prellungen, Schürfungen oder Schnittverletzungen zuziehen.»
Zudem bestehe die Gefahr, mit dem Kopf oder anderen Körperteilen gegen Schwimmer, Leinenbestandteile oder Beckenränder zu stossen.
«Insbesondere bei Kindern kann spielerisches Verhalten an solchen Einrichtungen zu unkontrollierten Sprüngen oder Stürzen führen.»
Risiko für schwere Verletzungen klein
Die Wahrscheinlichkeit für gravierende Verletzungen schätzt Merki als sehr klein ein. Er gibt zu bedenken: «Viele Badeunfälle haben nicht mit technischen Anlagen zu tun, sondern mit menschlichem Verhalten.»
In Freibädern sei vor allem die Ablenkung von Begleitpersonen und Eltern ein Thema – etwa durch Gespräche oder das Handy. Besonders wichtig sei es, kleine Kinder in Griffnähe zu beaufsichtigen.
Immer wieder gebe es auch Trends, die junge Menschen zu gefährlichen Vorhaben verleiten. «Hier ist der gesunde Menschenverstand gefragt, dass sich auch Jugendliche überlegen, ob wirklich jeder Trend mitgemacht werden muss.»
Letzten Sommer sorgte beispielsweise ein Teenager für Schlagzeilen, weil er in Zürich von einem 36-Meter-Kran in die Limmat sprang. Den Stunt liess er filmen und postete ihn auf Tiktok.
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Merki warnt: «Leider sind nicht alle Challenges, die auch über Social Media gepusht werden, gefahrlos.»
Ein anderer Trend, der vor wenigen Jahren die Badis erreichte, sind Meerjungfrauflossen für Kids. «Das Problem dabei ist, dass die Beine miteinander verbunden sind.»

Das schränkt die Bewegungsfreiheit ein und kann für Kids eine Herausforderung darstellen. «Eltern sollten immer prüfen, ob ein Produkt dem Alter und den Fähigkeiten ihres Kindes entspricht und die Anwendung eng beaufsichtigen.»
Die wichtigste Botschaft bleibe unverändert: Kinder müssen am und im Wasser stets beaufsichtigt werden. Die eigenen Fähigkeiten sollten realistisch eingeschätzt werden, und die SLRG-Baderegeln bieten eine einfache Grundlage, um viele Unfälle zu verhindern.»













