Vor zwei Monaten gab es ein knappes Nein zum CO2-Gesetz. Für Simonetta Sommaruga ist klar: Die Klimapolitik muss ohne neue Abgaben auskommen.
Bundesrätin Simonetta Sommaruga will beim Klimaschutz auf Anreize statt auf neue Abgaben setzen. (Archivbild)
Bundesrätin Simonetta Sommaruga will beim Klimaschutz auf Anreize statt auf neue Abgaben setzen. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Simonetta Sommaruga sind neue Klima-Abgaben vom Tisch.
  • Stattdessen sollen Anreize geschafft werden, den Klimaschutz zu unterstützen.

Zwei Monate nach dem knappen Nein zum CO2-Gesetz sind neue Klima-Abgaben für Bundesrätin Simonetta Sommaruga vom Tisch. Die künftige Klimapolitik müsse ohne neue Abgaben auf Benzin, Heizöl oder Flugtickets auskommen.

Die Umweltministerin sagte am Mittwoch in der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens SRF: «Der Weg ist jetzt, Anreize zu setzen und die Leute zu unterstützen beim Klimaschutz. Nicht Verbote zu beschliessen und den Leuten das Leben schwer zu machen.»

Der Beitrag lag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorab vor. Er wurde auszugsweise auch auf der SRF-Webseite veröffentlicht.

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Simonetta Sommaruga ist Umweltministerin der Schweiz. - Keystone

Beim Benzin und beim Autofahren sei die Sensibilität sehr gross. Gerade bei der Landbevölkerung, die stärker aufs Auto angewiesen sei, sagte Simonetta Sommaruga. Wenn die Bevölkerung das Gefühl habe, sie werde bestraft, dann komme es nicht gut.

Zusätzliche Anreize wären etwa denkbar für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, die ihre Ölheizung ersetzen. Es bewege sich viel in die richtige Richtung, sagt Sommaruga. Zum Beispiel beim Umstieg auf Elektroautos.

Simonetta Sommaruga: Kein neues Atomkraftwerk

Nichts wissen will Sommaruga von einem neuen Atomkraftwerk, das die SVP und einzelne FDP-Parlamentarier in die Diskussion brachten. Dies, weil der Strombedarf etwa für Wärmepumpen oder Elektroautos steigt und der Strom gerade im Winterhalbjahr knapp ist. «Ja, wir brauchen mehr Strom», sagte Sommaruga. Aber: «Setzen wir zuerst dort an, wo man das Land nicht spaltet.»

Der Bundesrat habe daher kürzlich dem Parlament Vorschläge gemacht, um die Wasser- und Sonnenstrom-Produktion auszubauen. Das sei ein wirksamer, rascher und günstiger Weg, sagte Sommaruga.

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