Tierschutz

    Schweizer Tierschutz plant Volksinitiative gegen teures Bio-Fleisch

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA, Nicola Wittwer

    Bern,

    Zu hohe Preise verlangsamen den Nachhaltigkeitstrend beim Kauf von Bio-Fleisch. Der Schweizer Tierschutz plant deswegen eine Volksinitiative.

    Bio-Fleisch Migros
    Ein Schild weist auf einen Preisabschlag bei Bio-Rohschinken hin, aufgenommen am 5. Mrz 2013 in der Migros-Filiale in Baden. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wegen zu hoher Preise bei Bio-Fleisch plant der Schweizer Tierschutz eine Volksinitiative.
    • Diese würde vor allem die Detailhändler Coop und Migros treffen.
    • Derzeit finden sich beim Fleisch oft hohe Preisunterschiede.

    Der Schweizer Tierschutz (STS) will mit einer Volksinitiative die Supermärkte zwingen, Fleisch aus tierfreundlicher Produktion günstiger anzubieten. Darunter fallen Bioprodukte, aber auch andere Labels, die sich an Tierwohl-Normen ausrichten und die über das Minimum hinausgehen.

    Wie Recherchen der «NZZ am Sonntag» zeigen, hat der STS Rechtsexperten kontaktiert, um abzuklären, wie eine solche Initiative aussehen könnte.

    Schweizer Tierschutz plant Volksinitiative

    «Die Weiterentwicklung der Tierschutzanliegen harzt», wird Stefan Flückiger, Geschäftsführer Agrarpolitik beim STS, zitiert. «Wir hätten gehofft, dass der Tierschutz vom Nachhaltigkeitstrend profitieren würde.» Teilweise sind die Preisunterschiede zwischen konventionellem und Label-Produkt beim Fleisch aber riesig.

    Auch Mathias Binswanger sieht beim Fleisch ein Marktversagen. Der Volkswirtschaftsprofessor von der Fachhochschule Nordwestschweiz unterstützt das Anliegen.

    schweizer tierschutz
    Die vom Schweizer Tierschutz geplante Volksinitiative würde die beiden grössten Abnehmer von Schweizer Fleisch, Coop und Migros, treffen. - Keystone

    Wichtig sei vor allem, die Bauern mit ins Boot zu holen. «Am Ende sollten sie mehr Geld erhalten und die Label-Fleisch-Preise für die Kunden sinken.» Wegen dieser Win-win-Situation habe die Initiative an der Urne Chancen.

    Die Initiative würde stark ins Geschäft der Grossverteiler Coop und Migros eingreifen, deb grössten Abnehmern von Schweizer Fleisch. Die beiden Detailhändler bestreiten, beim nachhaltigen und tierfreundlich produzierten Fleisch eine zusätzliche Marge einzustreichen. «Wir bieten es zu marktgerechten Preisen an», zitiert die «NZZ am Sonntag» einen Coop-Mediensprecher.

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