Schweizer stürzen sich auf Brunchs – reservieren schon 1. August
Über Ostern strömten die Schweizer in die Brunch-Lokale. Der Ansturm wird immer grösser – schon zwei Wochen im Voraus ist es oft zu spät fürs Reservieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Schweizerinnen und Schweizer überrennen die Beizen für Feiertags-Brunchs.
- Viele haben schon den 1.-August-Brunch reserviert – einige sogar schon nächste Ostern.
- Das Brunch-Phänomen hat inzwischen die ganze Deutschschweiz erreicht.
Frust für Nau.ch-Leser Arno F.*: Eine Woche vor Ostern will er für Ostersonntag zum Brunchen reservieren. Er versucht es in fünf Lokalen in der Region Bern – doch überall ist schon voll.
Schliesslich gibt er auf. «Ich wusste schon, dass man früh dran sein muss. Aber dass ich eine Woche im Voraus gar nichts mehr fand, hat mich doch erstaunt», sagt er.
Anders Nau.ch-Leserin Frieda G.* Ihre Familie hat frühzeitig für einen Brunch am Ostermontag reserviert, auch in der Region Bern.
Doch als G. ankommt, trifft sie auf chaotische Szenen. «Die Beiz war pumpenvoll, auch draussen. Es gab einen einzigen freien Tisch – doch der war für jemand anderen reserviert.»
Das Lokal hat die Reservation offenbar verschusselt.
«Die Mitarbeiter wirkten gestresst und überfordert. Statt sich zu entschuldigen, fragte eine noch frech, ob wir denn erst heute Morgen reserviert hätten!»
Irgendwann stellt sich heraus, dass die Beiz die Buchung versehentlich zwei Stunden zu spät erfasst hatte. Die Familie macht kehrt.
Beizen weiten Angebot auf Karfreitag und Ostermontag aus
Beide Geschichten passen ins Bild: Der Brunch-Hype wächst und wächst – gerade an Feiertagen. Und das in der gesamten Deutschschweiz, wie der Wirte-Branchenverband Gastrosuisse auf Anfrage von Nau.ch bestätigt.
Der Osterbrunch sei ein «etabliertes, weiterhin wachsendes Angebot», sagt Sprecherin Iris Wettstein.
Traditionell findet der Osterbrunch am Sonntag statt. Doch Herr und Frau Schweizer reicht das offenbar zunehmend nicht.
«Immer mehr Betriebe dehnen ihr Angebot auf den Montag aus», sagt Wettstein. «Besonders Ausflugsrestaurants, Seerestaurants, Hotels sowie Betriebe mit Terrassen setzen auf Brunch-Angebote von Karfreitag bis Ostermontag.»
Eine Woche im Voraus fast alles ausgebucht
Der Hype geht inzwischen so weit, dass die Osterbrunchs teils monatelang im Voraus ausgebucht sind.
Ein Lied davon singen kann Joëlle Estermann von der Stiftung Gurten, dem Berner Hausberg. Dort gibt es drei Restaurants und einen Pavillon, in dem ebenfalls Brunchs aufgetischt werden.
Der Gurten gilt als einer der grössten Brunch-Hotspots. Und das auch noch in der «Brunch-Hauptstadt», wie Estermann Bern nennt.
«Die meisten unserer Brunchs waren bereits Ende März ausgebucht. Lediglich wenige Plätze im Huusbüffe waren bis Gründonnerstag noch verfügbar – sie wurden jedoch ebenfalls vollständig belegt.»
Dieses Jahr lief es zudem besonders rund: «Wir durften über die vier Ostertage insgesamt 997 Brunchgäste begrüssen. Ein neuer Rekord, über den wir uns sehr freuen!»
Bruncher reservieren jetzt schon für nächste Ostern
Und damit nicht genug. «Die ersten Buchungen für die nächste Osterzeit gehen bereits jetzt ein», sagt Estermann.
Für einige Beizen durchaus sinnvoll. Denn: «Die Osterbrunchs im Restaurant Gurtners und in der Schüür sind erfahrungsgemäss am schnellsten ausgebucht. Hier empfehlen wir, spätestens einen Monat vor Ostern zu buchen.»
Bis zum nächsten grossen Traditions-Brunch-Tag dauert es noch ein paar Monate. Und doch sollte man sich schon allmählich Gedanken über eine Buchung machen, wenn man zum 1. August brunchen will.
Estermann empfiehlt, für den 1. August sogar noch früher zu reservieren als für Ostern. Am besten also schon im Juni.
«Gibt immer noch eine Zunahme» im Aargau
Ähnliches berichtet Bruno Lustenberger, der Präsident des Aargauer Gastroverbands Gastroaargau: «Teilweise waren die Brunchs bereits ein bis zwei Monate im Voraus ausgebucht», sagt er zu Nau.ch.
«Es gibt immer noch eine Zunahme. Viele Gastronomiebetriebe stellen einen Osterbrunch auf, anstatt wie früher ein Ostermenü.»

Das Konzept ist nicht nur bei Gästen beliebt, sondern lohnt sich auch für Wirtinnen und Wirte.
Lustenberger rät Beizen «unbedingt» dazu, einen Brunch aufzutischen. «Es braucht weniger Mitarbeiter als beim klassischen Menüsservice.»
Er empfiehlt für nächstes Jahr schon ein, zwei Monate im Voraus zu reservieren.
Jucker Farm: Zehn Prozent der 1.-August-Brunchplätze schon weg
«Je früher desto besser», stellt auch Nadine Gloor vom beliebten Brunch-Hotspot Jucker Farm im Zürcher Oberland klar. «Unsere Termine sind immer sehr schnell und früh ausgebucht.»
Die Jucker Farm schaltet die Osterbrunch-Termine meist Anfang Jahr auf. Diejenigen für den 1.-August-Brunch kann man auch bereits reservieren – und ein Teil ist jetzt schon ausgebucht.
«Zehn Prozent der Tickets pro Hof sind weg», sagt Gloor. «Was relativ viel ist, wenn man bedenkt, dass es erst April ist.»
Satte vier Monate im Voraus! Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, reserviert also am besten jetzt schon für den 1. August.
*Name von der Redaktion geändert

















