Bundesrat

Schweizer Radiologen verdienen mehr als Bundesrat

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Sion,

Ein Datenleck bei der Radiologie-Gruppe 3R sorgt für Wirbel. Interne Dokumente zeigen: Einzelne Radiologen verdienen mehr als ein Bundesrat.

Radiologe
Die geleakten Dokumente der Radiologie-Gruppe 3R geben Einblick in hohe Ärzte-Löhne und Bonuszahlungen. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Gehackte Dokumente der Radiologie-Gruppe 3R geben Einblick in das Geschäftsmodell.
  • Angestellte Radiologen verdienen laut den Unterlagen bis zu 420'000 Franken pro Jahr.
  • Ein Arzt erhielt 2025 insgesamt rund 617'000 Franken und damit mehr als ein Bundesrat.

Ein Hackerangriff auf die Radiologie-Gruppe 3R sorgt für Aufsehen. Das Unternehmen betreibt 18 Standorte in der Westschweiz und ist auch in der Deutschschweiz auf dem Vormarsch.

Interne Dokumente, die RTS zugespielt wurden, geben seltene Einblicke in das Geschäftsmodell der Gruppe mit rund 60 Ärzten.

Warst du schon einmal beim Radiologen?

Besonders ins Auge stechen die Löhne der Radiologen. Gemäss den Unterlagen verdienen angestellte Ärzte jährlich zwischen 300'000 und 360'000 Franken brutto.

Leiter einzelner Standorte erhalten zusätzlich 60'000 Franken und kommen damit auf bis zu 420'000 Franken pro Jahr.

Umstrittene Boni sorgen für Kritik

Hinzu kommt ein Bonussystem: Wer sein Umsatzziel übertrifft, erhält 18 Prozent des Mehrumsatzes ausbezahlt.

Ein in den Dokumenten erwähnter Radiologe stellte 2025 Leistungen im Wert von 3,34 Millionen Franken in Rechnung. Das ist deutlich mehr als das Ziel von 2,25 Millionen Franken.

Dadurch erhielt er zusätzlich zu seinem Grundlohn von 420'000 Franken einen Bonus von knapp 197'000 Franken. Sein Jahreseinkommen stieg damit auf rund 617'000 Franken und lag über dem Lohn eines Bundesrats, schreibt RTS.

Radiologen weisen Vorwürfe zurück

Das Vergütungssystem sorgt für Diskussionen. Kritiker sehen die Gefahr, dass finanzielle Anreize in einem sensiblen medizinischen Bereich problematisch sein könnten.

Denn: Laut den Unterlagen stammen rund 90 Prozent der Einnahmen aus der obligatorischen Krankenversicherung, weitere zehn Prozent aus der Unfallversicherung.

Die Dokumente werfen eine heikle politische Frage auf. Sollen Krankenkassenprämien hohe Löhne und Gewinne privater Gesundheitsunternehmen mitfinanzieren?

3R weist diesen Vorwurf zurück. Gegenüber RTS erklärte die Gruppe: «Wir bestreiten entschieden, dass unsere Lohnpolitik die Vervielfachung von Leistungen in unseren Instituten fördert.»

Löhne sind laut der Gruppe branchenüblich

Das Unternehmen betont zudem, die Löhne bewegten sich im Rahmen der branchenüblichen Vergütungen in der Westschweiz.

Welche Untersuchungen durchgeführt werden, liege ausschliesslich in der Verantwortung der behandelnden Ärzte.

Die geleakten Unterlagen zeigen ausserdem, dass die Gruppe ihre weitere Entwicklung stark auf Wachstum ausrichtet.

3R weist eine rein finanzielle Interpretation ihres Geschäftsmodells jedoch zurück. Das Unternehmen verweist auf die hohen privaten Investitionen, die nötig seien, um Radiologie auf einem hohen Qualitätsniveau anzubieten.

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Kommentare

Luxy-1

Das Beste ist: Beide müssen keine Verantwortung übernehmen wenn sie Fehler machen.

User #2852 (nicht angemeldet)

Radiologen. Den Scan macht das Gerät und die Auswertung die KI.

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