Ruag

Ruag hat nach Hackerangriff Lösegeld an Erpresser bezahlt

Keystone-SDA
Keystone-SDA, Stephan Felder

Bern,

Der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag hat Hackern Lösegeld bezahlt. Damit ging der Bundeskonzern auf die Forderung der Hackergruppe Akira ein, die im vergangenen Herbst die Ruag-Tochterfirma LLC in den USA gehackt und erpresst hatte.

Die Ruag zahlte nach einem Hackerangriff auf ihre US-Tochter Lösegeld an die Erpresser. (Symbobild)
Die Ruag zahlte nach einem Hackerangriff auf ihre US-Tochter Lösegeld an die Erpresser. (Symbobild) - KEYSTONE/DPA/SEBASTIAN GOLLNOW

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bundeskonzern Ruag hat nach einem Hacker-Angriff im letzten Herbst Lösegeld bezahlt.
  • Üblicherweise rät der Bund dringend davon ab, bei einer Erpressung Lösegeld zu bezahlen.
  • Die Ruag habe dieses Vorgehen jedoch entsprechend abgesprochen.

Der Bundeskonzern Ruag hat nach einem Hacker-Angriff im vergangenen Herbst Lösegeld bezahlt. Besonders brisant: Der Bund rät dringend davon ab, Lösegeld zu zahlen.

«Wir haben bezahlt, einen kleinen Betrag. Glücklicherweise haben wir alle Daten zurückerhalten», sagte Ruag-Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli am Samstag gegenüber Schweizer Radio SRF. Eine genaue Summe nannte er nicht.

Die Hacker hatten im Herbst 2025 Daten aus den Systemen der US-Tochter gestohlen und mit deren Veröffentlichung gedroht. Die Bande drang in die Systeme der Ruag-Tochterfirma Ruag LLC ein und entwendete grosse Mengen an Daten.

Gegen die Empfehlung des Bundes gehandelt

Üblicherweise rät der Bund dringendst davon ab, im Falle einer Erpressung Lösegeld zu bezahlen. Im Leitfaden des Bundesamts für Cybersicherheit heisst es, dieses Geld diene der weiteren Finanzierung krimineller Aktivitäten.

Jede erfolgreiche Erpressung würde die Angreifer zum Weitermachen motivieren und die Verbreitung solcher Angriffe fördern.

Verstehst du die Lösegeld-Zahlung der Ruag?

Ruag-VRP Rötheli sagt, er wisse, sein Konzern gegen die Empfehlungen des Bundes gehandelt habe. Man habe dieses Vorgehen jedoch entsprechend abgesprochen.

Wer jedoch nicht in diese Absprachen miteinbezogen wurde, ist das VBS. Auf Anfrage von SRF heisst es, das VBS sei im Vorfeld der Zahlung nicht informiert worden.

Das VBS vertritt den Bund als Eigentümer gegenüber der Ruag. Zur Tatsache, dass ein Bundeskonzern Lösegeld bezahlt habe, wolle man sich im Moment nicht äussern.

Kommentare

User #6872 (nicht angemeldet)

Dass man für eine Entschlüsselung Geld zahlt, leuchtet ein. Im Falle einer Erpressung segen Veröffentlichung ist eine Zahlung widersinnig. Wer garantiert dass keine weitere Forderung kommt ?

User #1528 (nicht angemeldet)

Wie kann man nur! Und warum betreibt der Bund eigentlich eine Tochterfirma in den USA? Darf das US Militär bei uns auch Tochterfirmen haben?

Weiterlesen

Bulgarien Hacker
8 Interaktionen
Akira
Ruag
1 Interaktionen
Sicherheitslücken
Ruag
92 Interaktionen
In Mexiko

MEHR RUAG

covid
48 Interaktionen
Angeklagt
3 Interaktionen
Zürich
2 Interaktionen
Bern
8 Interaktionen
Bern

MEHR AUS STADT BERN

h
Philip Kohli
bäckerei
203 Interaktionen
«Vertrauen»
3 Interaktionen
Bern