Viele Schweizer Firmen haben sich nach Kriegsausbruch aus Russland zurückgezogen. Offizielle Produkte gibt es dort aber noch immer zu kaufen.
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Schweizer Sackmesser von Victorinox sind in Russland noch immer erhältlich. Das Unternehmen hat sich kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs aus Russland zurückgezogen. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Kriegsbeginn haben sich zahlreiche Unternehmen aus Russland zurückgezogen.
  • Trotzdem können auch Monate später noch immer offizielle Produkte gekauft werden.
  • Gründe sind Restbestände im Land und ein florierender Graumarkt.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben unzählige Firmen Russland verlassen. Dazu gehören auch grosse Schweizer Namen wie Victorinox, Swatch oder Lindt & Sprüngli.

Monate später zeigt sich nun: Auch wenn Russland von den Unternehmen nicht mehr beliefert wird, werden noch immer Produkte verkauft. Das zeigen Recherchen der «NZZ am Sonntag».

Davon betroffen ist unter anderem Victorinox, ein bekannter Hersteller von Schweizer Sackmessern. Trotz Lieferstopp werden Victorinox-Produkte in Russland noch immer vertrieben.

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Produkte des Schweizer Sackmesser-Herstellers Victorinox sind in Russland beliebt. - Keystone

So zum Beispiel über die Website «ivictorinox.ru», die dem Original ähnelt und auch offizielle Produkte verkauft. Die Seite verstosse gegen «markenrechtliche Regelungen», wird Victorinox von der «NZZ am Sonntag» zitiert. Es sei jedoch schwierig und ein langjähriger Prozess, dagegen vorzugehen.

Beliefert wird «ivictorinox.ru» von unabhängigen Vertriebsfirmen, die zuvor mit Victorinox kooperiert hatten. Trotz des Rückzugs im Frühjahr haben diese noch immer Lagerbestände, die nun an verschiedene Händler weitergegeben werden. So eben auch an die Webseite.

Via Graumarkt nach Russland

Auch von Swatch-Uhren gibt es in Russland noch Restbestände. Jedoch vermutet der Uhrenhersteller, «dass Graumarktprodukte im Umlauf sind, insbesondere auf Online-Plattformen».

Dabei gelangen Produkte durch eine vom Hersteller nicht autorisierte Absatzkette in den Verkauf. Russische Händler decken sich so beispielsweise irgendwo innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion ein und transportieren die Ware anschliessend frei nach Russland. Dort wird sie schliesslich wieder verkauft.

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In Russland können weiterhin fast alle Uhren der Swatch-Marken, darunter Omega, gekauft werden. - Keystone

Ebenfalls Restbestände sind in Russland von Logitech erhalten. Der Schweizer Hersteller von Computerzubehör zog sich im August definitiv aus Russland zurück.

Des Weiteren kann auch Schokolade von Lindt & Sprüngli noch immer gekauft werden. Ob die Produkte über den Graumarkt nach Russland gelangen, weiss das Unternehmen laut der NZZ nicht.

Denken Sie, dass der Ukraine-Krieg bald vorbei ist?

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