Schweizer Benzintouris überrennen Ösi-Tankstellen – 20% billiger
Schweizer Benzintouristen überrennen Tankstellen in Vorarlberg: Der Sprit ist dort rund 20 Prozent billiger. Jeder zweite Kunde kommt aus der Schweiz.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Nahost-Konflikt treibt die Spritpreise, viele Schweizer tanken deshalb im Ausland.
- Jeder zweite Tankkunde in Vorarlberg ist Schweizer, der Sprit ist 20 Prozent günstiger.
- Im Bundeshaus fordern bürgerliche Vorstösse einen Tankrabatt, Links-Grün lehnt ihn ab.
Wegen des Konflikts im Nahen Osten wird das Tanken immer teurer. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer suchen deshalb ständig nach günstigeren Tankstellen. Diese finden Schweizerinnen und Schweizer in den Grenzregionen im Ausland. Der Tanktourismus hat deutlich zugenommen – das zeigt ein Beitrag der «Tagesschau» vom Sonntag.
Besonders gefragt ist etwa Vorarlberg in unserem Nachbarland Österreich. An den Zapfsäulen trifft man dort vermehrt Kundschaft aus der Schweiz. Ein Autofahrer sagt: «Ich wohne in der Schweiz, sehr grenznah und dann komme ich halt hierhin tanken. Der Preisunterschied liegt ungefähr bei 30 Rappen pro Liter.»
Ein anderer spricht von einem «Schnäppli» und betont, bei seinem Tank mache der Preisunterschied 15 bis 20 Franken aus. Ein dritter Autofahrer sagt: «Es ist schockierend eigentlich, wie viel mir bezahlen müssen.»
Die Vorarlberger Wirtschaftskammer bestätigt den Trend. Je grösser der Preisunterschied zur Schweiz, desto mehr Tanktouristen kommen. Petra Girardi ist Fachbeauftragte für Tankstellen und sagt: «Jedes zweite Auto, jeder zweite Kunde ist ein Schweizer. Der meiste Umsatz an den grenznahen Tankstellen wird derzeit mit den Schweizer Kunden gemacht.»
Sprit rund 20 Prozent billiger
Der Unterschied ist deutlich. Wie die «Tagesschau» berichtet, kostete etwa Bleifrei 95 Mitte Oktober in Österreich 1.85 Euro. Das entsprach zu dem Zeitpunkt etwa 1.72 Franken. Diesel kostete 2.18 Euro, also 2.03 Franken. Die Preise lagen damit rund 20 Prozent tiefer als in der Schweiz.

Die Sendung hat den Schweizerischen Tankstellenverband mit den Preisdifferenzen konfrontiert. Avenergy Suisse verweist auf mehrere Gründe. In Österreich sei die Mineralölsteuer massiv tiefer. Zudem gebe es einen Tankrabatt. Auch verdienten die Angestellten an den Tankstellen viel weniger als in der Schweiz.
Politik streitet über Tankrabatt
Mit einem Tankrabatt steht Österreich nicht alleine da. Die Schweiz sei in dieser Hinsicht aber «eine Insel», sagt SVP-Nationalrat Markus Schnyder. Der Glarner, der auch in der Verkehrskommission sitzt, ist klar der Meinung, dass der «Tanktourismus» ein Problem ist.
Er fordert deshalb auch hierzulande einen Rabatt. Ohne diesen sei es für die Konkurrenzfähigkeit sehr anspruchsvoll. «Es führt ausserdem dazu, dass die Menschen eher noch ins Ausland gehen und dann auch noch dort einkaufen. Also wird damit sogar noch der Einkaufstourismus angekurbelt.»

Im Parlament gibt es mehrere bürgerliche Vorstösse, die eine Vergünstigung der Spritpreise fordern Linke und Grüne lehnen jedoch Tankrabatte ab. Sie setzten falsche Klimaanreize und bevorteilten Vielverbraucher.








