Schweizer Bademeister dürfen Handy behalten
Scrollen auf dem Handy ist den Bagnini an Stränden in Italien neu verboten. Der Schweizer Badmeister-Verband hält das Einziehen von Handys nicht für nötig.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Mädchen ertrank beinahe im Meer, weil die Bagnini ins Handy starrten.
- Im ligurischen Santa Margherita Ligure gilt für Bademeister neu ein Scroll-Verbot.
- In Schweizer Badis fallen dagegen Eltern mit problematischem Handykonsum auf.
Kommt Langeweile auf, ist der Griff zum Smartphone nicht weit. Auch Bagnini (Rettungsschwimmer) in Italien vertreiben sich mit Scrollen gerne die Zeit. Nau.ch ist ein Beispiel der Saison 2025 aus einem Hotel an der ligurischen Küste bekannt.
Bei der Pool-Aufsicht zog sich ein Bagnino regelmässig einen TikTok-Clip nach dem anderen rein. Auch führte er dazwischen Video-Anrufe mit Freunden.
Ähnlich geht es an den italienischen Stränden zu und her – mit teilweise gravierenden Folgen. 2023 ertrank ein Mädchen im apulischen Margherita di Savoia beinahe im Meer. Die beiden Bagnini waren derart in ihre Smartphones vertieft, dass sie den Badegast in Not nicht bemerkten. Das Mädchen wurde nur gerettet, weil der Betreiber des benachbarten Strandes ihm zu Hilfe geeilt war.
«Sicherheitsgefühl würde sinken»
An einigen Stränden im ligurischen Santa Margherita Ligure verbieten die Behörden den Bademeistern neu die Benutzung des Smartphones. Wer beim Scrollen erwischt wird, verliert das Brevet, wie «La Repubblica» berichtete. Die elektronischen Geräte dürfen sie nur noch für dienstliche Zwecke oder Notfälle benutzen.
Auch für den Schweizerischen Badmeister-Verband ist klar, dass Scrollen während des Diensts tabu ist. «Die Aufsicht am Becken ist bei uns etwas vom Wichtigsten», sagt Michael Kunz zu Nau.ch. Er ist Präsident des Verbands. «Würden die Bademeister am Handy herumdrücken, statt den Badebetrieb überwachen, würde das Sicherheitsgefühl der Gäste sinken.»
Entsprechende Fälle seien ihm nicht bekannt. Deshalb hält der Präsident es nicht für nötig, die privaten Handys der Badeaufsichten einzuziehen.
Oft vom Handy abgelenkt sind laut Michael Kunz hingegen Eltern.
«Es ist schon vorgekommen, dass Bademeister Eltern ein Kind zurückbrachten und auf überraschte Reaktionen stiessen.» So hätten diese nicht einmal bemerkt, dass das Kind von ihrem Platz verschwunden sei.
SOS-Notrufsäule statt Handy
Der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) sind keine Fälle bekannt, in denen Badeaufsichten von Smartphones abgelenkt wurden.
Auch Mediensprecher Christoph Merki sagt: «Vielmehr bereitet uns die Ablenkung der Eltern und Begleitpersonen von Kindern aufgrund der Smartphonebenutzung Sorgen.» Darum legten sie das Hauptaugenmerk auf die Baderegel Nummer eins. Diese lautet, Kinder nie unbeaufsichtigt ans Wasser zu lassen und Kleinkinder immer in Griffnähe zu beaufsichtigen.
Auf das Smartphone sind die Bademeisterinnen und -meister auch für dienstliche Zwecke nicht angewiesen.
«Das Handy wird bei hohen Temperaturen heiss und droht im Notfall nicht mehr zu funktionieren», sagt Michel Kunz. Die Ambulanz werde über das Drücken des Knopfs der SOS-Notrufsäule alarmiert. «Nach dem Alarm erfolgt ein klar definierter Ablauf, bei dem das gesamte Badi-Personal sofort entsprechend reagiert.»













