Eine Mutter fingierte, sexuelle Dienstleistungen erbringen zu wollen. Stattdessen raubte sie gemeinsam mit ihrem Sohn den Freier gewaltsam aus.
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Am Bezirksgericht Dietikon wurde ein Fall verhandelt, der aus einem Film entspringen könnte. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Mutter spielte einem Mann vor, sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung anzubieten.
  • In seinem Zuhause raubte sie zusammen mit ihrem Sohn den Mann aus.
  • Nun wurde im Kanton Zürich ein Urteil gesprochen.
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Eine Mutter und ihr Sohn standen vor Kurzem aufgrund eines ungewöhnlichen Verbrechens vor dem Bezirksgericht Dietikon.

Der heute 21-jährige Schweizer und seine Mutter hatten einen Plan ausgeheckt: Sie wollten einen Freier ausrauben, indem sie ihm sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung versprachen – ohne diese jedoch zu erbringen.

Die Mutter sollte den Mann in seiner Wohnung treffen und ihn dort fesseln. Ihr Sohn würde dann eintreten, das Geld stehlen und gemeinsam mit seiner Mutter fliehen.

Dieser Plan wurde am 11. September 2021 in Schlieren – mehr oder weniger – umgesetzt.

Überfall nimmt gewaltsame Wendung

Trotz einiger Schwierigkeiten gelang es der Frau zunächst tatsächlich, den Freier teilweise zu fesseln. Doch der Mann schöpfte Verdacht und konnte sich befreien, wie «NZZ» berichtet. Als der Sohn auftauchte, kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Freier.

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Eine Prostituierte in Schlieren ZH. - Keystone

Letztlich versetzte der 21-Jährige dem anderen mehrere Schläge gegen den Kopf. Das Opfer erlitt dabei schwere Verletzungen. Wie viel Geld das Mutter-Sohn-Duo erbeutete, ist nicht bekannt.

Weil der junge Mann sein Handy in der Wohnung vergessen hatte, kehrte er zurück, trat die Tür ein. Das Opfer alarmierte daraufhin die Polizei.

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Der Sohn vergass sein Smartphone am Tatort, weshalb er überführt werden konnte. (Symbolbild) - Unsplash

Strafe mit Blick auf Rehabilitation

Der Sohn, definitiv kein ungeschriebenes Blatt, wurde wegen des Raubs und weiteren Straftaten nun zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Zudem muss er eine Busse von 500 Franken zahlen und eine Massnahme für junge Erwachsene absolvieren. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird jedoch aufgeschoben – der junge Mann hat bereits 331 Tage im Gefängnis verbracht.

Ihm wird laut «NZZ» eine dissoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.

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