Nach der Festnahme zweier Jugendlicher in Schaffhausen kommen neue Details ans Licht – unter anderem über ihre Aktivitäten im Netz.
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Im Kanton Schaffhausen ermitteln die Behörden gegen zwei Jugendliche wegen Terrorverdachts. (Archivbild) - sda - Keystone/ENNIO LEANZA

Das Wichtigste in Kürze

  • Die beiden Terrorverdächtigen in Schaffhausen waren auch im Netz aktiv.
  • Auf Instagram nennt sich einer von ihnen «Bomber» – was gefährlicher klingt, als es ist.
  • Beide Teenies sollen zudem Gamer sein.
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Am Osterwochenende wurden im Kanton Schaffhausen zwei Teenager festgenommen. Der 15-jährige Schweizer und der 16-jährige Italiener sollen einen Anschlag geplant haben.

Jetzt gibt es neue Informationen zu den beiden Jugendlichen aus Neuhausen am Rheinfall. Wie «CH Media» berichtet, war insbesondere der Italiener sehr aktiv in den sozialen Medien. Offenbar unterhielt er viele Konten.

Teenie nennt sich «Bomber» – in Italien kein unüblicher Begriff

Auf Instagram nannte sich der italienische Teenager demnach unter anderem «Il Bomber di Instagram» («Der Bomber von Instagram»). Woher der Name genau kommt, sei unklar.

Es sei gemäss dem Bericht möglich, dass es etwas mit seinem Hobby, dem Gamen, zu tun habe. Er soll denn auch auf Youtube ein Gaming-Video hochgeladen haben.

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Gegen zwei Teenager im Kanton Schaffhausen besteht Terrorverdacht.
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Die Polizei hat die beiden am Osterwochenende festgenommen.

Jedenfalls ist wahrscheinlich, dass der Name nichts mit irgendwelchen Terror-Aktivitäten zu tun hat. Das Wort wird im Italienischen umgangssprachlich verschiedentlich verwendet. Unter anderem bezeichnet man damit einen Stürmer im Fussball. In der Jugendsprache wird es ebenfalls oft benutzt – beispielsweise als cool klingende Anrede.

So gesehen tönt der Name im aktuellen Zusammenhang spektakulärer, als er tatsächlich sein dürfte.

Der 16-Jährige ist in Italien aufgewachsen, hat aber kosovarische Wurzeln. So soll er auf Fotos mit Kosovo- oder Albanien-Flaggen zu sehen sein. Zudem posierte er auch schon mit dem Doppeladler.

Dennoch erinnern die Festnahmen der beiden Teenager an den 15-Jährigen, der in Zürich einen Juden mit einem Messer schwer verletzte. Dieser nannte sich im Netz «Ahmed, der Schlächter» und schwor dem IS die Treue.

IS rekrutiert gezielt auf Gaming-Plattformen

Über den 15-jährigen Schweizer, der in Schaffhausen festgenommen wurde, ist etwas weniger bekannt. Er soll kurdisch-türkische Wurzeln haben und ebenfalls als Gamer aktiv gewesen sein.

Auffällig ist: Auch der Zürcher Messerstecher, der einen orthodoxen Juden angriff, galt als Gamer. Laut dem Bericht ist das kein Zufall. Denn der IS sucht auf Gaming-Plattformen ganz gezielt nach Nachwuchs. Beispielsweise über die Chat-Funktion.

Halten Sie einen Terroranschlag in der Schweiz für wahrscheinlich?

Der 16-jährige Italiener und seine Familie wohnen zudem ganz in der Nähe des Islamischen Kulturvereins. Dort verkehren auch bekannte IS-Unterstützer. Der 15-jährige Schweizer soll auch nur wenige Minuten davon entfernt wohnen. Wie genau die Jugendlichen aber radikalisiert wurden, ist noch Gegenstand von Ermittlungen.

Neben den beiden Jugendlichen in Schaffhausen wurde in diesem Zusammenhang auch im Thurgau ein 18-Jähriger festgenommen.

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