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SBB verschiebt Züge jetzt weniger schnell im Bahnhof

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Bern,

Die SBB senkt beim Rangieren von Personenzügen testweise die Höchstgeschwindigkeit, um die Sicherheit zu erhöhen und Schäden zu reduzieren.

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Die SBB hat eine neue Regelung eingeführt, wonach beim Rangieren von Personenzügen seit dem 15. Juni maximal 15 Kilometer pro Stunde erlaubt sind. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die SBB testet beim Rangieren im Personenverkehr nur noch 15 statt 30 km/h.
  • Längere Bremswege sollen Lokführer in kritischen Momenten mehr Zeit geben.
  • Die neue Regel soll auch teure Schäden bei Kollisionen deutlich mindern.

Die SBB hat eine neue Regelung eingeführt, wonach beim Rangieren von Personenzügen seit dem 15. Juni maximal 15 Kilometer pro Stunde erlaubt sind. Rangieren beschreibt das Verschieben von Zügen im Bahnhofsbereich.

Darüber berichtet der «Sonntagsblick», der auch auf mehrere Rangierunfälle bei den SBB in jüngerer Vergangenheit verweist.

Bisher galt beim Rangieren, also dem Verschieben von Zügen innerhalb von Bahnhöfen, eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde.

Nur in besonderen Ausnahmefällen darf weiterhin mit höherem Tempo gefahren werden, sofern dafür ein entsprechendes Spezialsignal vorhanden ist.

Die neue Vorschrift betrifft ausschliesslich den Personenverkehr, während im Güterverkehr weiterhin dieselben Geschwindigkeitsregeln wie bisher gelten.

Die Vorgeschichte Im Oktober des vergangenen Jahres stiessen in Basel zwei Züge zusammen, wobei ein Sachschaden in Millionenhöhe entstand.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Februar in Bern, als zwei Doppelstockzüge kollidierten und dabei glücklicherweise niemand verletzt wurde.

SBB startet Pilotversuch

Angesichts dieser Vorfälle reagierten die SBB noch vor dem Sommer und starteten einen zunächst auf vier Monate angelegten Pilotversuch.

Im Oktober wollen die SBB die gesammelten Erfahrungen auswerten und über eine dauerhafte Einführung der tieferen Geschwindigkeit entscheiden.

SBB-Sprecher Moritz Weisskopf begründet die Massnahme gegenüber dem «Sonntagsblick» vor allem mit einer weiteren Verbesserung der Sicherheit.

Bei jährlich mehr als zwei Millionen Rangierfahrten im Personenverkehr komme es zwar nur zu «eine tiefe zweistellige Zahl» von Vorfällen.

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Dennoch sei jeder Unfall einer zu viel, weshalb eine zusätzliche Verringerung möglicher Risiken konsequent verfolgt werden müsse.

Durch die tiefere Geschwindigkeit verkürzt sich der Bremsweg deutlich, wodurch Lokpersonal in kritischen Situationen mehr Reaktionszeit erhält.

Materialschäden reduziert

Neben der Sicherheit spielen auch wirtschaftliche Aspekte eine wichtige Rolle bei der Einführung der neuen Geschwindigkeitsbegrenzung.

Weisskopf sagt: «Bei allen Kollisionen wäre das Ausmass der Schäden mit einer reduzierten Geschwindigkeit deutlich kleiner ausgefallen. Oder die Vorfälle hätten gar keine Reparatur verursacht.»

Langsameres Rangieren erhöht somit nicht nur die Sicherheit im Bahnbetrieb, sondern reduziert gleichzeitig auch mögliche Materialschäden.

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Kommentare

User #5058 (nicht angemeldet)

Wie wäre es in Technik zu investieren statt auf Schnelentempo?

User #5018 (nicht angemeldet)

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