Postauto-Brand: «Einige Schüler hatten den Unfall live miterlebt»
Bei dem Bus-Brand in Kerzers FR starb ein 16-jähriger Schüler aus der Region. Nun erklärt die Schule, welche Massnahmen am Dienstagabend ergriffen wurden.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem Brand in einem Postauto in Kerzers FR starben am Dienstagabend sechs Menschen.
- Der 65-jähriger Täter übergoss sich mit Benzin und setzte sich anschliessend in Brand.
- Unter den Verstorbenen ist auch ein 16-jähriger Schüler aus der Region.
Fünf Menschen riss er in den Tod, fünf weitere wurden verletzt. Am Dienstagabend übergoss sich ein 65-jähriger Mann in einem Postauto in Kerzers FR mit Benzin. Anschliessend setzte er sich – und damit den gesamten Bus – in Brand.
Nun gab die Polizei am Mittwochabend bekannt: Alle Todesopfer wurden identifiziert.
Unter ihnen weilt auch ein 16-jähriger Bub, ein Schüler aus Kerzers. Das gab Andreas Maag, Vorsteher des Amts für deutschsprachigen obligatorischen Unterricht, gegenüber den «Freiburger Nachrichten» bekannt.
Das tragische Ereignis zwingt die Schulen zu Massnahmen, um die zahlreichen Schüler inmitten der Katastrophe psychisch aufzufangen.
Schüler hatten Unfall live miterlebt
In die Gänge geleitet habe man das bereits am Dienstagabend, erklärt Maag gegenüber der Zeitung. «Am Dienstagabend wussten wir bereits, dass ein Schüler vermisst wird und die Schule betroffen sein könnte.»
Man habe einen Krisenstab einberufen. Dieser sei am Mittwochmorgen zusammengekommen um zu klären, wie es weiter geht.
Maag: «Wir stellten uns auf verschiedene Szenarien ein, überprüften die Lage regelmässig und zogen alle zwei Stunden eine neue Bilanz.»
In einer Zeit, in der sich Informationen rasend schnell verbreiten, seien die meisten Schüler schon mit dem Ereignis konfrontiert gewesen. «Einige Schülerinnen und Schüler hatten den Unfall live miterlebt oder gefilmt, andere kamen an der Unfallstelle vorbei», so Maag.
Für die Jugendlichen ist es «ein Schock»
Doch wie erklärt man jungen Menschen einen solchen Vorfall? Maag findet darauf Antworten: «Wir erklärten den Schülerinnen und Schülern, dass ein schweres Unglück passiert ist und Menschen ums Leben gekommen sind.»
Videos und Kommentare hätten sich bereits während der Nacht verbreitet. Maag: «Wir machten darauf aufmerksam, dass solche Bilder belastend sein können und man vorsichtig damit umgehen soll.»
Man habe den Schülern geraten, schockierende Inhalte zu löschen und diese nicht weiterzuschicken.
Für die Jugendlichen sei das Ganze «ein Schock». «Viele hatten einen direkten Bezug zu dem Schüler oder erfuhren bereits früh vom Unglück», so Maag.
Täter lebte in Camper vor Bauernhof
Bei dem Täter handelt es sich laut dem Generalstaatsanwalt um einen sozial isolierten und psychisch instabilen 65-Jährigen. Er war Schweizer mit Wohnsitz im Kanton Bern.
Gemäss Recherchen des «Tagesanzeigers» lebt der Mann sei vier Jahren in einem Camper, parkiert vor einem Bauernhof im Berner Seeland. Körperliche Probleme hätten in geplagt, sein Briefkasten vollgestopft mit Betreibungen und Vorladungen.
Im Januar 2026 wurde ihm der Stellplatz für seinen Camper gekündigt. Bis Ende März hätte er das Gelände verlassen müssen.

















