Im Tessin sollen Schüler jetzt in KI unterrichtet werden
Künstliche Intelligenz kriegt in den Tessiner Oberstufenschulen mehr Aufmerksamkeit. Der Kanton will seinen Schülern den verantwortungsvollen Umgang lehren.

Das Wichtigste in Kürze
- Ab 2027 führt der Kanton Tessin in der Oberstufe KI-Module ein.
- Schülerinnen und Schüler sollen die Technologie bewusst nutzen, aber auch kritisch hinterfragen können.
- Ziel ist, die KI «dynamisch und flexibel» in den Unterricht zu integrieren.
Der Kanton Tessin will seinen Schülerinnen und Schülern den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz beibringen. Ab 2027 werden deshalb Module eingeführt, berichtet RSI. Der Kanton hat die Strategie am Mittwoch präsentiert.
Die Neuerung zielt darauf ab, dass die Teenager die Technologie bewusst, verantwortungsvoll und kritisch nutzen können. Die Module finden mithilfe einer neuen Plattform statt, die auf Datenschutz ausgelegt ist.
Künstliche Intelligenz als «erzieherische Aufgabe»
In der Sendung «Il Quotidiano» erklärt Daniele Parenti, Direktor des Zentrums für didaktische und digitale Ressourcen, die Gründe.
KI werde «sehr häufig genutzt, bereits ab dem 11. Lebensjahr und manchmal sogar schon früher», so Parenti. Die Schule habe deshalb «wirklich eine erzieherische Aufgabe».
Der Kanton will Künstliche Intelligenz erst ab der Oberstufe zum Einsatz kommen lassen. Dies soll aber «stets unter Aufsicht der Lehrkräfte» geschehen. In der Primarstufe verzichtet man auf KI.
Parenti sieht mit Blick auf Künstliche Intelligenz einen «Bildungsnotstand» und eine Angelegenheit, «die uns alle betreffen muss».
Schweizer KI wird genutzt
Ihm zufolge wird die KI «auf recht dynamische und flexible Weise» in den Unterricht einfliessen. Zusätzliche Lektionen werden nicht extra eingeführt, stattdessen kommen flexible Module zum Einsatz.
Ein ähnliches Pilotprojekt wurde laut RSI bereits in fünf Klassen getestet.
Lehrpersonen werden mit einer Plattform arbeiten können, die auf dem Schweizer Sprachmodell Apertus basiert. Die Schülerinnen und Schüler sollen, so Parenti, auch in Sachen Datenschutz ausgebildet werden.
KI-Einsatz gibt zu reden
Der Einsatz Künstlicher Intelligenz an Schulen ist nicht nur im Tessin Thema, sondern auch in Bundesbern.
SVP-Nationalrat Alois Huber sagte im September zu Nau.ch, er würde «ein KI-Verbot in Schulen bis zur Oberstufe begrüssen». Schülerinnen und Schüler sollten zuerst selbst Intelligenz formen und eigene Meinungen bilden können.
Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber warnte vor den lauernden Gefahren durch KI. Sie unterstützt ein Verbot aber nicht: «Verbote hindern nicht daran, etwas trotzdem und erst recht falsch einzusetzen.»
Lehrpersonen sieht Prelicz-Huber stattdessen in einer wichtigen Rolle: «Um die Schülerinnen und Schüler mit einem kritischen Umgang mit KI zu selbstdenkenden und selbstfunktionierenden Menschen zu erziehen.»
Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) hält derweil am Einsatz von KI fest. Ein generelles Bildungsverbot würde den Bildungsauftrag verfehlen, hiess es gegenüber Nau.ch.






















