Polizei unwissend: Rechtsextreme Deutsche gastieren auf dem Simplon

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Oberwallis,

Vergangene Woche hielt sich eine rechtsextreme deutsche Gruppierung mehrere Tage auf dem Simplon auf. Die Walliser Kantonspolizei wusste offenbar nichts davon.

Polizei, IBD
Eine rechtsextreme deutsche Gruppe gastierte auf dem Simplon. Die Polizei wusste offenbar nichts davon. - keystone, x/@IBDeutschland

Das Wichtigste in Kürze

  • In einer Unterkunft auf dem Simplon war eine rechtsextreme Gruppierung zu Gast.
  • 35 junge Männer der «Identitären Bewegung Deutschland» waren dort.
  • Sie verhielten sich unauffällig. Doch Aussagen der Walliser Polizei sorgen für Verwirrung.

35 junge, sportliche Männer besuchten in der vergangenen Woche eine Gruppenunterkunft auf dem Simplon. Dabei handelt es sich um die «Identitäre Bewegung Deutschland» (IBD), wie Bilder der Gruppe in den sozialen Medien zeigen.

Die Gruppierung wurde vom deutschen Verfassungsschutz als «gesichert rechtsextremistisch» eingeschätzt, sie soll gegen freiheitlich-demokratische Grundwerte verstossen.

Die Jungs schienen «in Ordnung» gewesen zu sein, sagte der Vermieter der Gruppenunterkunft gegenüber dem Walliser Newsportal «Pomona». Sie hätten sich über einen privaten Namen angemeldet, weshalb der Vermieter auch nicht wusste, um welche Gruppierung es sich handelte.

Aus X-Posts der IBD und Aussagen des Vermieters der Unterkunft geht hervor, was die Gruppierung auf dem Simplon unternahm. Die Beiträge zeigen die Männer beim Wandern, Trainieren von Nahkampftechniken und in Reih und Glied stehend. Bezeichnet wird der Aufenthalt als «Bundeslager 2026».

«Sie haben von morgens bis abends Sport getrieben und auch Nachtübungen durchgeführt», bestätigte der Vermieter der Unterkunft gegenüber «Pomona». Er ergänzte, dass die IBD bereits vor drei Jahren in der Unterkunft auf dem Simplon gastierte.

Rätselhafte Aussagen der Polizei

Dass eine rechtsextreme Gruppierung im Dorf war, hat kaum jemand gemerkt. Gemeindepräsident Sebastian Arnold wusste gemäss der Zeitung nichts vom Aufenthalt der Gruppierung. Er bestätigt, dass es im Dorf ruhig gewesen sei.

Auch Gemäss dem Hüttenvermieter habe es keine Probleme gegeben, er sei jedoch von der Polizei zur Gruppe befragt worden. Entgegen dieser Aussage sagt die Kantonspolizei Wallis auf Anfrage der Zeitung, ihr würden keine Informationen zu einer rechtsextremen Gruppe vorliegen.

Polizei
Die Walliser Kantonspolizei wusste offenbar nichts von der rechtsextremen Gruppierung. - keystone

Die IBD ist eine rechtsextreme Gruppierung, die sich vor allem an junge Rechte richtet. Sie versteht sich als Teil der «Neuen Rechten», einer politischen Strömung innerhalb des rechten bis rechtsextremen Spektrums.

Sollte eine rechtsextreme Gruppierung auf dem Simplon gastieren dürfen?

Die Gruppierung vertritt die Vorstellung, dass verschiedene Ethnien möglichst getrennt und kulturell homogen leben sollen. Sie richtet sich insbesondere gegen Migration und Muslime und befürwortet die Remigration.

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