Gletscherabbruch am Weisshorn weiterhin möglich

Maja Bojic
Maja Bojic

Oberwallis,

Am Weisshorn droht ein weiterer Gletscherabbruch. Randa hat wegen stark erhöhter Bewegungen die Überwachung verschärft und den Gefahrenbereich gesperrt.

Weisshorn Gletscherabbruch
Ein weiterer Gletscherabbruch am Weisshorn kann in den kommenden Tagen nicht ausgeschlossen werden. (Archivbild) - keystone

Am Montagnachmittag ereigneten sich am Hängegletscher Weisshorn Ost mindestens drei Abbrüche. Weitere Gletscherabbrüche in den kommenden Tagen können nicht ausgeschlossen werden, berichtet das «SRF».

Wegen stark erhöhter Bewegungen wurde die Überwachung am Montag auf Stufe 3 erhöht. Die Gemeinde hatte den Gefahrenperimeter bereits im Juni wegen zunehmender Bewegungen festgelegt.

Innerhalb des definierten Gefahrenperimeters gilt bis auf Weiteres ein Aufenthaltsverbot. Auch die offiziellen Zugänge für Fussgänger und Velofahrer bleiben gesperrt, schreibt die «Bluewin».

Gletscherabbruch: Siedlungsgebiet nicht im Gefahrenperimeter

Nach Angaben der Gemeinde ist das Siedlungsgebiet vom ausgewiesenen Gefahrenperimeter nicht betroffen. Im gelb markierten Bereich bestehe keine Gefahr, weshalb dort keine zusätzlichen Massnahmen notwendig seien, berichtet das «SRF».

Auch die Matterhorn-Gotthard-Bahn darf weiterhin durch das Gebiet fahren. Nach Angaben des Unternehmens kann die Bahn den betroffenen Bereich bei einem Gletscherabbruch schnell genug verlassen.

Glaubst du, dass es am Weisshorn zu einem weiteren Gletscherabbruch kommt?

Die zuständigen Fachstellen schliessen weitere Abbrüche in den kommenden Tagen nicht aus. Diese könnten eine Reichweite bis in den gekennzeichneten Gefahrenbereich haben.

Lage bleibt wegen Wetter schwer einschätzbar

Wegen der aktuell schlechten Wetterbedingungen lässt sich das mögliche Abbruchvolumen derzeit nicht verlässlich einschätzen. Ob die erhöhte Gefährdung anhält oder sich die Situation entspannt, wird weiter beobachtet, so das «SRF».

Die Kontrollen finden inzwischen dreimal täglich statt. Zuvor wurde die Situation am Hängegletscher einmal pro Tag überwacht.

«WetterOnline» berichtet ebenfalls von stark erhöhten Bewegungen am Hängegletscher unterhalb des Weisshorns. Als möglichen Einflussfaktor nennt das Medium die grosse Wärme in den Hochlagen während dieses Sommers.

Wärme beeinflusst die Bewegungen am Weisshorn

Durch die Wärme gelangt demnach zusätzliches Schmelzwasser zum Gletscherbett. Dieses kann dort wie ein Schmiermittel wirken und die Bewegung der Eismassen verstärken.

Am Weisshorn kam es bereits früher wiederholt zu Gletscherabbrüchen. Das grösste historisch dokumentierte Ereignis ereignete sich 1819 und verursachte in Randa grosse Schäden.

Weisshorn möglicher Gletscherabbruch
Ein möglicher Gletscherabbruch am Weisshorn sorgt derzeit für erhöhte Aufmerksamkeit in Randa. (Archivbild) - keystone

Weitere Abbrüche folgten 1972 und 1973. Diese kamen auf einem Gletscherfeld zum Stillstand und verliefen deshalb glimpflicher.

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