Plätze zu trocken: Amateur-Vereine müssen Fussballspiele verschieben
Die Fussballplätze vieler Amateurvereine in der Schweiz sind ausgetrocknet. Wer keinen Kunstrasen hat, muss Spiele absagen – wie der FC Jegenstorf nahe Bern.

Das Wichtigste in Kürze
- Der SC Jegenstorf hat bis September kein Heimrecht mehr, weil der Rasen des Fussballfelds zu trocken ist.
- Rund 320 Kinder und Jugendliche können in Jegenstorf jetzt nicht mehr trainieren.
- Die Lösung: Kunstrasenplätze sichern in der Innerschweiz trotz Hitze den Spielbetrieb.
Die anhaltende Trockenheit macht auch dem Schweizer Amateurfussball zu schaffen. Wochenlange Hitze hat zahlreiche Rasenplätze ausgetrocknet. Spiele müssen abgesagt, verschoben oder auf auswärtige Plätze verlegt werden, wie SRF berichtet.
Besonders betroffen ist der SC Jegenstorf bei Bern. Der Verein zählt 28 Mannschaften – für alle fällt der Saisonstart anders aus als geplant.

«Der Platz ist völlig ausgetrocknet. Er ist steinhart und im Moment nicht bespielbar», sagt Vereinspräsident Oliver Köhli gegenüber SRF. Die Gemeinde habe den Platz Ende Juli gesperrt.
Der Verein muss deshalb den Trainingsbetrieb umorganisieren. Trainiert wird nun auf einem alten Ausweichplatz.
Auch Heimspiele sind vorerst nicht möglich: «Wir müssen bis im September alle unsere Heimrechte abgeben. Wir spielen nur Auswärtsspiele», so Köhli.
Mehrere Vereine kämpfen mit denselben Problemen
Auch im Kanton Waadt spüren Fussballvereine die Folgen der Dürre. Beim FC Venoge laufen die letzten Vorbereitungen für die Meisterschaft – doch der Platz bleibt wochenlang nur eingeschränkt nutzbar.
Vereinspräsident Sébastien Anger zeigt sich gegenüber SRF besorgt: «Sollte sich die Situation nicht verbessern, müssen wir Spiele verschieben, alles auswärts spielen und das Training für einige Mannschaften einschränken.»

Besonders betroffen sind die Nachwuchsspieler. In Jegenstorf sind rund 320 Kinder und Jugendliche im Verein aktiv. «Es tut schon weh, als Fussballverein mitzuerleben, dass Kinder und Jugendliche ihren Sport nicht ausüben können», sagt Köhli.
Die Trockenheit trifft die Regionen unterschiedlich stark. Während Vereine rund um Bern und in der Waadt leiden, bleibt etwa der Kunstrasen in Weggis auch bei Hitze nutzbar.
Kunstrasen rettet den Spielbetrieb in der Innerschweiz
Der Innerschweizer Fussballverband geht mit der Dürre entspannter um. Zwar hätten einzelne Clubs Probleme, doch insgesamt sei die Lage beherrschbar, sagt Verbandspräsident Markus Bewert.
Er erklärt gegenüber SRF: «Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir viele Kunststoffrasen haben und dort die Spiele austragen werden können.»

Kunstrasen ist ganzjährig bespielbar. Sie sind von Witterungseinflüssen wie Hitze oder Trockenheit weitgehend unabhängig. Für Vereine wie den SC Jegenstorf wäre ein solcher Platz eine Lösung, um den Spielbetrieb auch im Sommer aufrechtzuerhalten.
Doch der Bau eines Kunstrasenplatzes ist kostspielig. Viele Gemeinden können sich diese Investition schlicht nicht leisten. Für Oliver Köhli bleibt deshalb vorerst nur eine Hoffnung: Regen.








