Orges VD: Strassenlaternen fallen immer wieder aus - wegen Ameisen
In der Waadtländer Gemeinde Orges fällt die Strassenbeleuchtung immer wieder aus. Der Grund: Ameisen schleppen Sand in die Schaltkästen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ameisen lagern in Schaltkästen Sand ab und lösen damit Defekte an Strassenlaternen aus.
- Zwei- bis dreimal jährlich muss ein Elektriker in Orges VD Ameisenschäden reparieren.
- Die Gemeinde verzichtet vorerst auf grössere Investitionen in neue Beleuchtung.
In Orges VD gehen die Strassenlaternen regelmässig aus – und Schuld daran sind ausgerechnet Ameisen. Die kleinen Insekten schleppen Sand in die Schaltkästen der Beleuchtung. Das führt zu Kurzschlüssen und Ausfällen, wie «RTS» berichtet.
Sandablagerungen in den Kästen gelten als erstes Warnzeichen für einen beginnenden Befall. «Dadurch werden elektrische Komponenten beschädigt, und die Strassenlaterne fällt aus», erklärt Vize-Gemeindepräsident Damien Gfeller gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen.
Für die 425-Seelen-Gemeinde in der Nähe von Yverdon-les-Bains ist das Problem nicht neu. Rund 70 Strassenlaternen stehen in Orges. Zwei- bis dreimal pro Jahr muss ein Elektriker ausrücken, um die von Ameisen verursachten Defekte zu beheben. Die Kosten dafür belaufen sich jährlich auf einige hundert Franken.
Ganz harmlos ist das Problem für die Gemeinde jedoch nicht. «Wenn eine Strassenlaterne nicht funktioniert, kann das Auswirkungen auf ein ganzes Quartier haben», sagt Gfeller. Deshalb versuche man, Störungen möglichst rasch zu beheben.
Warum zieht die Strassenbeleuchtung die Ameisen an?
Warum ausgerechnet die Beleuchtung die Ameisen anzieht, erklärt Anne Freitag. Sie ist Kuratorin am Naturhistorischen Museum des Kantons Waadt in Lausanne. Die Tiere würden demnach von der Wärme der elektrischen Anlagen angelockt.
«Es gibt immer kleine Öffnungen, durch die sie eindringen können», sagt Freitag gemäss «RTS». Anschliessend brächten die Ameisen Erde oder Sand mit hinein, weil sie darin eine Struktur schaffen wollten, die ihrem natürlichen Bau ähnle.
Energieversorger sprechen von ungewöhnlichem Phänomen
Mehrere Westschweizer Energieversorger bezeichnen das Phänomen laut dem Bericht als eher ungewöhnlich. Vergleichbare Fälle seien ihnen bislang nicht bekannt. In Orges dürfte das Ameisenproblem trotzdem vorerst bestehen bleiben.

Grosse Investitionen sind derzeit kein Thema. «Für eine kleine Gemeinde wäre es schwierig, sämtliche Strassenlaternen zu ersetzen», sagt Gfeller. Man mache deshalb vorerst weiter wie bisher und prüfe später, ob ein Austausch der Beleuchtung nötig werde.









